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KANTON: Steuern: Kriens top – Ebersecken Flop

Die Krienser reichen ihre Steuererklärungen am ­frühesten ein. Am ­anderen Ende der Skala liegt Eber­secken. Der Gemeinde­präsident nimmts locker.
Matthias Stadler
Viele Steuerpflichtige lassen sich beim Ausfüllen der Steuererklärung Zeit – vor allem in ländlichen Gebieten des Kantons Luzern. (Symbolbild Keystone/Gaetan Bally)

Viele Steuerpflichtige lassen sich beim Ausfüllen der Steuererklärung Zeit – vor allem in ländlichen Gebieten des Kantons Luzern. (Symbolbild Keystone/Gaetan Bally)

Matthias Stadler

Thomas Roos kann es kaum fassen und muss laut lachen, als er von unserer Zeitung darüber informiert wird, dass die Einwohner von Ebersecken das kantonale Schlusslicht darstellen, wenn es um das Einreichen der Steuererklärung geht. Roos ist Gemeindepräsident von Ebersecken. Eine Auswertung des Kantons im Auftrag unserer Redaktion hat ergeben, dass per 5. April nur 25 Prozent der natürlichen Personen von Ebersecken ihre Steuererklärung eingereicht haben – kantonsweit am wenigsten. Eigentlich müssten Privatpersonen ihre Steuererklärung bis Ende März eingereicht haben.

Der Durchschnitt sämtlicher Luzerner Gemeinden liegt bei 37 Prozent. Doch wieso liegt gerade Ebersecken auf dem letzten Platz? Gemeindepräsident Roos sieht das nicht so tragisch und erklärt: «Wir haben einen hohen Anteil an selbstständig erwerbenden Landwirten in der Gemeinde. Diese haben eine automatische Frist bis Ende August und somit noch Zeit.»

Spielt der Zufall eine Rolle?

In der Tat müssen selbstständig Erwerbende ihre Steuererklärung nicht bis Ende März eingereicht haben, fallen aber per Definition unter natürliche Personen. Bei ihnen gilt der Stichtag 31. August, wie Renato Belchior, Abteilungsleiter des Geschäftsbereichs natürliche Personen bei der Dienststelle Steuern des Kantons, bestätigt.

Thomas Roos führt aus, dass Ebersecken eine kleine Gemeinde sei. Mit 401 Einwohnern war sie 2014 die bevölkerungsmässig zweitkleinste Luzerner Gemeinde – nach Honau. «Bei so wenigen Einwohnern machen ein paar Steuererklärungen mehr oder weniger schnell einen grossen Prozentsatz aus. Wenn nur eine Handvoll Personen mehr ihre Steuererklärung eingereicht hätten, wären wir nicht mehr auf dem Schlussrang.» Der Faktor Zufall spiele also eine nicht zu unterschätzende Rolle. Roos fügt an, dass die Ebersecker durchaus «steuer- und pflichtbewusste Kantonsbürger» seien.

Kriens: «Starke politische Kultur»

Am anderen Ende der Skala liegt mit Kriens die einwohnermässig drittgrösste Gemeinde im Kanton. 44 Prozent der steuerpflichtigen Personen haben ihre Steuererklärung per 5. April eingereicht – erster Rang. Gemeindepräsident Cyrill Wiget sagt, er könne über die Gründe nur spekulieren. Er hofft, dass die «starke politische Kultur» in Kriens einen Einfluss darauf habe. «Wir haben ein Parlament, viele politische Parteien und viele kommunale Abstimmungen. Das gibt wohl eine gewisse Nähe zur demokratischen Kultur und eine Einsicht beim Bürger, dass die Steuern in Projekte fliessen, die ihm auch zugutekommen.» Die Krienser würden den Behörden vertrauen, denkt Wiget. Das zeige auch die vergangene Abstimmung zum Budget, die klar angenommen wurde. Dies könne dazu führen, dass viele Krienser ihre Steuererklärung rechtzeitig einreichen. Wiget führt aus: «Es könnte sein, dass in der Agglomeration der Gedanke von ‹denen da oben›, also Skepsis gegen die Obrigkeit, etwas weniger verbreitet ist.»

Der Blick auf die Zahlen scheint Wiget zumindest teilweise Recht zu geben. Mit Rothenburg steht eine weitere Agglomerationsgemeinde auf dem zweiten Platz (siehe Liste). Und auch Emmen, Horw und Ebikon haben eine überdurchschnittliche Rücklaufquote. Die Stadt Luzern liegt mit 37 Prozent genau im kantonalen Durchschnitt.

Renato Belchior von der Dienststelle Steuern des Kantons erklärt hingegen, dass in den ländlichen Gebieten mehr selbstständig Erwerbende wohnen. Da diese wie erwähnt eine längere Frist haben, würden sie ihre Steuererklärung automatisch auch später einreichen.

Fristverlängerung online beantragen

Rund 250 000 Steuerdossiers von natürlichen Personen werden im Kanton Luzern von den kommunalen Steuerämtern und der Dienststelle Steuern bearbeitet. Wer seine Steuererklärung noch nicht eingereicht hat, muss nicht in Panik geraten. Denn unter www.steuern.lu.ch/steuererklärung/fristerstreckungen kann eine Fristverlängerung beantragt werden. Diese wird laut Belchior automatisch gewährt.

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