KANTON: Ticketboom abseits der Piste

Weil Skifahren in vielen Regionen bislang keine Option war, haben viele eine Alternative gesucht. Dies hat Hallenbädern und Eiszentren Spitzentage beschert.

Roger Rüegger
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Eine glatte Sache: Andrea Weber vergnügte sich gestern mit Leonie (links) und Julienne auf dem Aussenfeld des Eiszentrums Luzern. (Bild Pius Amrein)

Eine glatte Sache: Andrea Weber vergnügte sich gestern mit Leonie (links) und Julienne auf dem Aussenfeld des Eiszentrums Luzern. (Bild Pius Amrein)

Eisbahnen und Hallenbäder sind bis jetzt die Gewinner des schneearmen Winters: Das Eisfeld des Eiszentrums Luzern war über die Feiertage sehr gut besucht, sagt Stefan Schlatter, Geschäftsführer Regionales Eiszentrum Luzern AG und der Hallenbad Luzern AG. Von Anfang Dezember bis Mitte Januar sei der Besucheraufmarsch enorm gewesen. Rund 17 000 Eintritte – gegenüber 15 000 in anderen Jahren – wurden verkauft, was einer Steigerung von 13 Prozent entspricht. Im Durchschnitt sind das 600 Personen pro Tag. Aussergewöhnlich hohe Besucherzahlen verzeichneten die Eisfelder am Stephanstag und am Berchtoldstag. «Die waren top. Am 2. Januar hatten wir mit 1066 Eintritten einen Rekord, und auch der 3. Januar war sehr gut», sagt Schlatter.

Wartezeiten bei Schlittschuhmiete

Die Eishalle Sursee kann ebenfalls erfreuliche Zahlen präsentieren. «Wir profitieren auf jeden Fall von den spärlichen Schneeverhältnissen. In den Ferien wollten deutlich mehr Besucher Schlittschuh laufen. Manchmal waren so viele Leute anwesend, dass es Wartezeiten bei der Schlittschuhmiete gab», sagt Eismeister Guido Ledergerber. Viele Schulklassen und auch Familien mit Kindern hätten sich aufs Eis begeben. Die Besucherzahlen im Januar dürften damit rund ein Drittel höher sein als in anderen Jahren.

Die Betreiber der Bossard-Arena in Zug mussten am letzten Wochenende sogar einzelnen Gruppen eine Absage erteilen. «Zeitweise waren auf dem Eisfeld so viele Leute, dass wir diese Massnahme aus Sicherheitsgründen vornehmen mussten», sagt Maya Huber von der Bossard-Arena. Über die Feiertage war der Besucheraufmarsch ebenfalls gross. 500 bis 600 Leute hätten sich an Spitzentagen auf dem Eisfeld bewegt. Deutlich mehr als sonst.

Schwimmen anstatt Skifahren

Zahlreiche Leute suchten als Alternative zum Schneesport den Indoor-Badespass im Wasser. «Das letzte Wochenende war absolute Spitze. Wir hatten etwa doppelt so viele Besucher wie an einem gewöhnlichen Wochentag», bestätigt Ernst Kuchen, Betriebsleiter des Hallenbads Mooshüsli in Emmen. Am vergangenen Sonntag verzeichnete das Bad 755 Besucher, eine Woche zuvor 720. Darunter waren laut Kuchen auffällig viele Familien. «Das sind absolute Spitzenwerte», sagt der Mann, der über 40 Jahre im Mooshüsli tätig ist. Im Dezember und im Januar zählte das Hallenbad zwischen 550 und 600 Besucher pro Tag. In früheren Jahren lag der Schnitt bei 420 bis 450 Badegästen.

Nicht ganz so überrannt wurde das Hallenbad in Reiden. Aber auch im Wiggertal hatten sich spürbar mehr Leute aufs Schwimmen als auf den Wintersport eingestellt als in andern Jahren. «Über die Feiertage hatten wir zum ersten Mal durchgehend geöffnet. Jeden Tag hatten wir gute Besucherzahlen, darunter viele Familien», sagt Geschäftsführer Michael Clark.

Mehr Badegäste, weniger Hektik

Ausserordentlich viele Leute besuchten dafür das Hallenbad im Sportgebäude auf der Allmend in der Stadt Luzern. «Wir hatten die besten Tage, seit wir auf der Allmend sind», sagt Geschäftsführer Stefan Schlatter. Gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr schreibt das Hallenbad ein Plus von 23 Prozent. Seit Anfang Dezember bis heute waren es zirka 37 000 Besucher. «In den letzten 30 Tagen hatten wir an 17 Tagen mehr als 900 Eintritte. In der letzten Saison waren es im selben Zeitraum deren zwei.» Und noch etwas ist Schlatter aufgefallen: «Obwohl ungewöhnlich viele Personen anwesend waren, hatte ich den Eindruck, dass es weniger hektisch zugeht als sonst. Die Leute waren verhaltener und nahmen es gemächlicher.» Der letzte Sonntag mit 1300 Badegästen war übrigens der beste Tag im Luzerner Hallenbad überhaupt.

Roger Rüegger