KANTON: Verstärkte Leinen-Kontrollen in Luzern

Seit dem 1. April gilt in Wäldern und an Waldrändern wieder die Leinenpflicht für Hunde. Halter, die diese Pflicht nicht erfüllen, werden angezeigt.

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Ein Hundehalter spaziert mit seinem Hund an der Leine. Seit 1. April ist dies in Wäldern und Waldrändern Pflicht. (Bild: Neue LZ / Archiv)

Ein Hundehalter spaziert mit seinem Hund an der Leine. Seit 1. April ist dies in Wäldern und Waldrändern Pflicht. (Bild: Neue LZ / Archiv)

Wer mit seinem Hund im Wald oder an Waldrändern spaziert, muss ihn seit dem 1. April an die Leine nehmen. «Mit der Leinenpflicht sollen die wild lebenden Tiere in der Hauptsetz- und Brutzeit vor Gefährdungen und Störungen geschützt werden», begründet die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) den Passus im kantonalen Jagdrecht, der bis 31. Juli gültig ist. In diesem Zeitraum kommt bei den Wildtieren der Nachwuchs auf die Welt. Die Leinenpflicht wurde im letzten Jahr im Kanton Luzern eingeführt.

Damit soll laut Otto Holzgang, Leiter Abteilung Natur, Jagd und Fischerei beim Lawa, verhindert werden, dass freilaufende Hunde Wildtiere hetzen oder gar reissen. Zu solchen Vorfällen ist es in den vergangenen Jahren in Luzerner Wäldern immer wieder gekommen.

Reissende Hunde werden erlegt

Hundehalter, die seit dem 1. April von Wildhütern oder Jagdaufsehern angehalten werden, werden gebüsst: «Wenn jemand erwischt wird, muss er mit einer Anzeige rechnen», sagt Holzgang. Dass es zu vielen Anzeigen kommen wird, glaubt er nicht. «Die meisten Hundehalter wissen, dass sie ihre Tiere jetzt in bestimmten Gebieten nicht frei laufen lassen dürfen. In der Regel halten sie sich daran.»

Die Einschränkung gilt nicht für Diensthunde des Polizei- und Rettungswesens, Herdenschutz- sowie Jagdhunde im Einsatz oder in Ausbildung. Hunde, die beim Reissen von Wild angetroffen werden, dürfen von berechtigten Personen «auf der Stelle abgeschossen» werden, wie es in der Jagdverordnung heisst. Da die Leinenpflicht im Wald und am Waldrand erst seit einem Jahr gilt, wissen womöglich einige Hundehalter noch nichts davon. Dieses Jahr aber würden vermehrt Kontrollen durchgeführt. Holzgang hofft aber, dass die soziale Kontrolle von Privaten greift.

Auch die Jäger haben ein offenes Auge. David Estermann, Präsident der Revierjagd-Sektion Seetal: «Wir unterstützen den Kanton im Sinne des Tierschutzes. Wenn fehlbare Hundehalter bei Reviergängen angetroffen werden, sprechen wir sie auf die Leinenpflicht an. Die meisten sind einsichtig und nehmen die Hunde an die Leine.» Im letzten Jahr beliess man es beim einmaligen Verstoss bei einer Ermahnung, wie eine Umfrage bei den Sektionspräsidenten ergab. Wiederholungstäter werden jedoch gebüsst. 2014 wurden vier Hundehalter verzeigt.

Freilaufzone auf der Allmend

In der Stadt Luzern dürfen Hunde das ganze Jahr in einer Freilaufzone auf der Allmend herumtollen. Diese misst 2,5 Hektaren und befindet sich neben der ehemaligen Pferderennbahn. Auf Sportplätzen hingegen gilt gemäss der kantonalen Hundeverordnung ein Hundeverbot. Auf Friedhöfen und Spielplätzen, in Parks und auf Grünanlagen gilt die Leinenpflicht.

rgr/nop