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KANTON: Waldwirtschaft zu wenig rentabel

Das Holz in den Luzerner Wäldern könnte viel mehr genutzt werden, sagt der Verband der Luzerner Waldeigentümer. Und er warnt vor den Folgen, wenn zu lange zugewartet wird.
Roseline Troxler
Ein Forstunternehmer entastet und zersägt mit dem Holzvollernter einen Baum. Bild: Manuela Jans-Koch (Neudorf, 14. Januar 2016)

Ein Forstunternehmer entastet und zersägt mit dem Holzvollernter einen Baum. Bild: Manuela Jans-Koch (Neudorf, 14. Januar 2016)

Mit den kälteren Temperaturen dringen wieder vermehrt die Geräusche von Motorsägen durch die Wälder. Doch geht es nach dem Verband Luzerner Waldeigentümer, ist es in den hiesigen Wäldern zu ruhig. «Der Verband empfiehlt, Holzschläge jetzt aktiv anzugehen», heisst es in einer Mitteilung. Verbandspräsident Ruedi Gerber führt aus: «Im Kanton Luzern könnten jährlich rund 360 000 Kubikmeter Holz genutzt werden.» Doch tatsächlich wird nur ein Potenzial von 160 000 bis 175 000 Kubikmetern ausgeschöpft. «Die Vorräte nehmen vor allem im Privatwald und in den Wäldern in höheren Lagen zu», sagt Gerber. Das Problem: Für eine Naturverjüngung des Waldes mangelt es an Licht. Dies hat Konsequenzen, wie Gerber unterstreicht: «Dunkle Waldbestände ohne Bodenvegetation sind meist instabil und anfällig auf Witterungseinflüsse und Insektenbefall.»

Waldeigentümer hoffen auf bessere Preise

Der Grund für die geringe Nutzung des Luzerner Holzes ist laut Gerber die wirtschaftliche Lage. Die Holzindustrie leidet unter der Währungssituation, welche Exporte verteuert und zu mehr Importen von billiger Schnittware führt. «Die Waldbewirtschaftung ist in schlecht zugänglichen Gebieten nicht mehr kosten­deckend.» Laut dem Präsidenten der Luzerner Waldeigentümer konnten im Jahr 1940 mit einem Kubikmeter Waldrundholz noch über 30 Arbeitsstunden bezahlt werden. Heute sei es nicht mal mehr eine Stunde.

«Holzpreis wird nicht steigen»

Trotz der aktuellen Lage sagt Gerber: «Zuwarten nützt nichts. Wir gehen nicht davon aus, dass der Holzpreis in den nächsten Jahren deutlich steigt.»

Nebst dem Preiszerfall für Rundholz sieht Gerber einen weiteren Grund, warum es weniger Forstarbeiten gibt: «Das Bewusstsein der Waldeigentümer für die Waldpflege und Waldnutzung hat abgenommen.» Für viele sei der Wald nicht mehr einkommensrelevant. «Dabei wird oft vergessen, dass ein stabiler Wald auch bei schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen Pflege braucht.»

Wilhelm Kessi ist Besitzer eines grösseren Privatwaldes in Dagmersellen. Er erzählt: «Früher war der Wald das Sparheft des Landwirten.» Heute rentiere die Waldwirtschaft kaum noch. Zudem sei es für Forstarbeiten zeitlich enger geworden. «Viele Bauern arbeiten noch auswärts und haben daher in den Wintermonaten keine ruhigeren Phasen mehr, die sie zum Holzen nutzen können.» Dennoch fordert Kessi von den Waldeigentümern, dass sie mindestens die Nachfrage der Schweizer Sägereien abdecken. Ansonsten werde noch mehr Holz importiert. Weniger Bedenken hat er hingegen, dass ein Zuwarten dem Wald schadet. Ähnlich tönt es bei Heini Walthert, Präsident des Vereins Wald Luzerner Hinterland: «Der Wald ist geduldig. Bei einem Produktionszeitraum von 120 bis 150 Jahren kann mit dem Durchforsten schon einige Jahre zugewartet werden.» Auch Walthert ­betont: «Das Holzen rentiert praktisch nur noch in gut erschlossenen Wäldern.» Er rechnet nicht damit, dass sich die Tiefpreisphase in den nächsten zwanzig Jahren erholt.

Folgen für die Sägereien

Eine abnehmende Durchforstung der Luzerner Wälder hat Folgen für die Sägereien – insbesondere für die kleineren und dezentralen. «Wir stellen im Moment fest, dass diese eher unterversorgt sind», schätzt Ruedi Gerber die Situation ein.

Markus Schmid, der in Ebnet eine Sägerei führt, begrüsst die Aufforderung des Verbands Luzerner Waldeigentümer. «Es ist für uns Sägereien wichtig, dass wir mit genügend Holz versorgt werden.» Derzeit gebe es aber keinen Mangel. «Zu wenig Holz haben wir eher über die Sommermonate.» Für die Qualität des Holzes sei es aber wichtig, dass genügend geholzt werde.

Auch Bruno Christen, Geschäftsführer der Sägewerke Christen AG in Luthern und Willisau, ist zufrieden mit dem derzeitigen Angebot. «Wir wurden in den letzten Jahren gut mit Holz versorgt.» Dennoch begrüsse er eine stärkere Durchforstung.

Roseline Troxler

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