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Kanton Luzern will externe Putzequipen anheuern

Die Luzerner Regierung prüft, für die Haus- und Reinigungsdienste aller Kantonsschulen externe Anbieter zu suchen. Nach Reussbühl wehren sich nun auch Lehrer eines weiteren betroffenen Standorts dagegen.
Evelyne Fischer
Die Reinigung aller Kantonsschulen soll von Drittfirmen übernommen werden. Symbolbild: Getty Images

Die Reinigung aller Kantonsschulen soll von Drittfirmen übernommen werden. Symbolbild: Getty Images

«Wir befürchten, dass sich eine Auslagerung des Haus- und Reinigungsdienstes spürbar negativ auf die gute Zusammenarbeit von Lehrpersonen, Lernenden und Mitarbeitenden auswirkt.» Dies schreibt Thomas Rutschmann, Geschichtslehrer an der Kantonsschule Seetal, in einer Petition an die Luzerner Regierung. Zusammen mit 70 Mitunterzeichnern wehrt sich der Präsident des Vereins Lehrerschaft der KS Seetal gegen die drohende Auslagerung.

Diese Sparmassnahme basiert auf einem Beschluss des Regierungsrats vom 10. November 2015, wie Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann auf Anfrage unserer Zeitung sagt und damit einen entsprechenden Bericht des «Seetaler Boten» bestätigt.

Sparpotenzial zeigt sich erst nach Submission

Mit ihrer Petition stehen die Lehrerinnen und Lehrer der Kantonsschule Seetal in Baldegg nicht alleine da: Vor kurzem haben auch die Kollegen der KS Reussbühl zu diesem Mittel gegriffen. 92 Unterzeichner wehren sich damit gegen die Auslagerung der Hausreinigung. Sie stellen den finanziellen und qualitativen Nutzen einer Auslagerung in Frage und haben den Regierungsrat gebeten, sowohl aus pädagogischen als auch aus sozialen Gründen auf diesen Schritt zu verzichten (Ausgabe vom 13. Februar).

Aktuell wird an allen Gymnasien – also auch an den Stadtluzerner Kantonsschulen Alpenquai und Musegg sowie an den Gymnasien in Schüpfheim, Sursee und Willisau – eine Auslagerung der Reinigung an Drittfirmen geprüft. «Wie gross das Sparpotenzial ist, lässt sich erst ermitteln, wenn die Ergebnisse der öffentlichen Ausschreibung der Aufträge vorliegen», sagt Baumann. Solange kein definitiver Entscheid punkto Auslagerung gefällt sei, lasse sich auch nicht sagen, wie viele Mitarbeiter von diesem Schritt betroffen wären.

Am «Alpenquai», dem grössten kantonalen Gymnasium, will man sich derzeit nicht zu den Plänen der Regierung äussern, wie Rektor Hans Hirschi auf Anfrage sagt. An der KS Seetal wären laut Thomas Rutschmann acht Angestellte von einer Auslagerung betroffen. Das Reinigungspersonal sei «ein wichtiger Bestandteil» der Schulgemeinschaft, schreibt er in der Petition. Aufgrund des «kollegialen Verhältnisses» zu den oft langjährigen Mitarbeitern brauche man sich «keinerlei Sorgen über die Sicherheit» von Prüfungen oder persönlichen Notebooks zu machen. Auch gelinge es besser, die Schüler zur Ordnung anzuhalten, «wenn das Verhältnis zum Reinigungspersonal gut und vertraut ist».

Während die Seetaler Lehrerschaft noch auf eine Reaktion der Regierung wartet, hat das kantonale Bildungs- und Kulturdepartement die Petitionäre der KS Reussbühl bei der Übergabe der Unterschriften zu einem Gespräch mit Departementssekretär Hans-Peter Heini eingeladen. Er versichert, dass die Anliegen der Petitionäre bezüglich sozialverträglicher Umsetzung und eines «sinnvollen Einbezugs der Schulen» bei einer allfälligen Umsetzung «auf jeden Fall» berücksichtigt werden.

Derzeit ist in Zusammenarbeit mit allen Schulen ein einheitlicher Reinigungsstandard definiert worden. «Die Ergebnisse werden nun konsolidiert und für die öffentliche Submission vorbereitet», sagt Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann. Die Resultate dürften bis Herbst 2018 vorliegen.

«Qualität hat abgenommen»

Auslagerung Mit ihren Plänen, den Haus- und Reinigungsdienst an Kantonsschulen künftig Drittfirmen zu überlassen, dürfte die Luzerner Regierung in der Zentralschweiz ihresgleichen suchen. An den Mittelschulen in Uri, Ob- und Nidwalden wird diese Dienstleistung durch Kantonsangestellte erbracht, eine Auslagerung ist kein Thema. In Zug und Schwyz waren die Verantwortlichen gestern nicht erreichbar.

Mit Auslagerungen hat Luzern bereits Erfahrungen: Per 1. Oktober 2015 hat die Regierung die Mensas an den Kantonsschulen Alpenquai, Reussbühl, Sursee, Seetal, Willisau und Beromünster privatisiert. Dadurch konnten laut der Dienststelle Gymnasialbildung 900'000 Franken eingespart werden. Mit der Auslagerung waren viele nicht einverstanden: An mehreren Gymnasien wurden Petitionen lanciert, die forderten, die Mensas weiterhin selber zu betreiben. Vergeblich. Betroffen von der Auslagerung waren 58 Angestellte. Ihnen wurde eine Anstellung bei der national tätigen Gastronomie- und Hotelmanagement-Gruppe SV Schweiz AG angeboten.

Wie Thomas Rutschmann, Präsident des Vereins Lehrerschaft der KS Seetal, in der Petition gegen externe Haus- und Reinigungsdienste schreibt, zog die Mensa-Auslagerung dort negative Folgen nach sich: «Wir mussten bei der Auslagerung der Mensa feststellen, dass die Qualität aufgrund von schlechteren Arbeitsbedingungen und finanziellen Zwängen abnahm. Als Folge davon verliess in kurzer Zeit fast das ganze Personal die Schule.» (fi)

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