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Kanton will keine Bus-/Velospur in der Luzerner Innenstadt

In der Stadt Luzern setzte man grosse Hoffnungen auf eine neue Bus-/Velospur beim Löwenplatz. Doch nun verzichtet der Kanton vorerst auf die Realisierung. Stadtpolitiker sind verärgert.
Robert Knobel
Im Sommer 2017 hatten VBL-Busse und Velofahrer für kurze Zeit gemeinsam eine eigene Spur auf der Alpenstrasse. Die Stadt Luzern möchte diese definitiv einführen. Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 20. Juli 2017)

Im Sommer 2017 hatten VBL-Busse und Velofahrer für kurze Zeit gemeinsam eine eigene Spur auf der Alpenstrasse. Die Stadt Luzern möchte diese definitiv einführen.
Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 20. Juli 2017)

Wer während der Stosszeiten vom Löwenplatz Richtung Innenstadt fährt, braucht gute Nerven. Der Verkehr ist dann ziemlich chaotisch: VBL-Busse, Reisecars und Autos blockieren sich gegenseitig auf drei Spuren, und von allen Seiten her schwirren Velofahrer heran, die versuchen, links und rechts an den Fahrzeugen vorbei zu schlängeln. Nun gibt es allerdings Pläne, den Verkehr auf der Alpenstrasse in geordnetere Bahnen zu lenken. Konkret ist vorgesehen, eine der drei Fahrspuren für Busse und Velos zu reservieren.

Im Sommer 2017 hatte die Stadt dazu einen Probelauf gemacht – die rechte Fahrspur wurde während der Sanierung der Seebrücke als kombinierte Bus-/Velospur markiert. Im Rahmen des Gesamtverkehrskonzepts Stadt Luzern hätte diese Massnahme dann definitiv eingeführt werden sollen.

Spurabbau ist dem Kanton vorerst zu heikel

Doch die Stadt machte die Rechnung ohne den Kanton, dem die Alpenstrasse gehört. Er will die Umnutzung der Fahrspur vorerst nicht realisieren. Denn letztlich bedeutet die Massnahme einen Kapazitätsabbau für den Autoverkehr, der dann nur noch zwei Spuren zur Verfügung hätte. Um diese Reduktion zu verkraften, so das Argument des Kantons, müsste der Verkehr auf den Hauptachsen während der Spitzenstunden um 5 Prozent abnehmen. Genau dies ist denn auch das Ziel des Gesamtverkehrskonzepts. Erreicht werden soll es insbesondere durch Dosierungsampeln, die den Verkehr in den Quartierstrassen zurückhalten, wenn die Kapazität etwa des Schweizerhofquais erschöpft ist.

Doch beim Kanton ist man sich offenbar nicht ganz sicher, ob die Dosierungsampeln auch die gewünschte Wirkung erzielen. Erst wenn sich der Verkehr tatsächlich reduziert hat, könnte die Bus-/Velospur auf der Alpenstrasse realisiert werden. «Es hat sich herausgestellt, dass der Projekterfolg auf der Zürich- und Alpenstrasse im Wesentlichen vom Erreichen der fünfprozentigen Verkehrsreduktion abhängt», erklärt Andreas Heller, Abteilungsleiter Verkehrstechnik der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. In einem etwa einjährigen Monitoring wolle man beobachten, wie sich das Dosierungssystem bewährt. Erst danach könne man weitere Massnahmen für die Förderung des ÖV «zielgerichtet und effizient» projektieren und umsetzen.

Retourkutsche wegen Spange Nord?

In der Stadt Luzern kommen diese Pläne schlecht an. «Der Kanton kippt die Bus- und Velospur Alpenstrasse einfach aus dem Konzept, obwohl der Sicherheitsgewinn für die Velofahrer und die Verbesserung des Verkehrsflusses klar erwiesen sind», ärgert sich SP-Grossstadtrat Mario Stübi. Auch CVP-Verkehrspolitiker Roger Sonderegger findet die Argumente des Kantons «geradezu absurd». Denn schliesslich müssten sich die Autofahrer ja in der übrigen Innenstadt auch mit zwei Fahrspuren begnügen. Nur das kurze Teilstück zwischen Löwencenter und Luzernerhof ist dreispurig. Der Abbau von einer Spur sei auch mit dem heutigen Verkehrsaufkommen problemlos möglich, sagt Sonderegger und fügt hinzu: «Mir scheint fragwürdig, warum gerade jetzt ein solches Projekt zurückgestellt werden soll, das ja längst vereinbart war.» Er könne sich den Verdacht nicht verkneifen, dass es sich um eine Retourkutsche des Kantons an die Stadt handelt, weil diese sich gegen die Spange Nord wehrt.

Stadtrat will vorwärts machen

Der für Verkehr zuständige Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) betont zwar, dass das Gesamtverkehrskonzept ein Gemeinschaftswerk von Kanton, Stadt, LuzernPlus und Verkehrsverbund sei. Dennoch sagt auch er: «Die Massnahmen müssen von allen Partnern getragen werden. Die Stadt Luzern bedauert, dass die Massnahmen an der Alpen- und Zürichstrasse nicht gleichzeitig mit den anderen realisiert werden können.» Denn die Bus-/Velospur an der Alpenstrasse würde «wesentliche Verbesserungen» für Velofahrer, ÖV und die Verkehrssicherheit bringen. Die Stadt werde sich nun dafür einsetzen, dass die Massnahme wenigstens in einem zweiten Schritt möglichst rasch umgesetzt werden kann.

Das Gesamtverkehrskonzept Stadt Luzern liegt zurzeit öffentlich auf – wie erwähnt ohne die neue Spur auf der Alpenstrasse. Die übrigen Massnahmen, insbesondere die Dosierungsampeln, sollen ab 2019 realisiert werden (wir berichteten). Die für 2019 geplanten Massnahmen kosten insgesamt 2,5 Millionen Franken. Neben der Stadt Luzern zahlen auch der Kanton und der Bund an die Umsetzung.

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