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KANTONALE ABSTIMMUNG: Luzern entscheidet über Fremdsprachenunterricht

Im Kanton Luzern entscheiden die Stimmberechtigten, ob der Fremdsprachenunterricht an der Primarschule von zwei auf eine Fremdsprache reduziert werden soll. Regierung und Parlament möchten die geltende Regelung mit Rücksicht auf den Sprachenfrieden beibehalten.

Abgestimmt wird am 24. September im Kanton Luzern über die Volksinitiative "Eine Fremdsprache auf der Primarstufe". Seit 2011 wird ab der 3. Klasse Englisch und ab 5. Klasse Französisch unterrichtet. Die Initiative lässt offen, welche der beiden Sprachen auf die Oberstufe verbannt werden soll.

Dies wurde etwa im Januar im Parlament als Argument gegen die Volksinitiative vorgebracht. Für viele Stimmberechtigte sei die Frage entscheidend, ob Englisch oder Französisch unterrichtet werde. Bildungsdirektor Reto Wyss erklärte, die Debatte darüber, welcher Sprache der Vorzug gegeben werden soll, wäre wenig fruchtbar und ein Dilemma.

Nicht ausscheren

Bis auf wenige Ausnahmen werden in allen Kantonen in der Primarschule zwei Fremdsprachen unterrichtet, wie es auch von der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) vorgesehen wird. Beschränke sich Luzern auf eine Fremdsprache, werde es zur Spracheninsel, warnten im Parlament die Gegner der Volksinitiative. Mehrsprachigkeit sei unabdingbar und eine Chance.

Die Initianten dagegen führten an, dass das Sprachenkonzept der EDK gescheitert sei, weil es nicht einheitlich umgesetzt werde. Die Bildungsziele würden nicht erreicht, der Fremdsprachenunterricht sei ineffizient und schwäche Fächer wie Deutsch und Mathematik. Knaben und Fremdsprachige würden im Unterricht benachteiligt.

Späterer Beginn kein Nachteil

Die Initianten führen an, dass ein späterer Beginn des Fremdsprachenunterrichts kein Nachteil sei. Die Gegner des Volksbegehrens dagegen sagten, dass sich allfällige Probleme im Sprachenunterricht nicht lösen liessen, indem der Unterricht an die Oberstufe verschoben werde.

Dem Initiativkomitee gehören Kantonsparlamentarier verschiedener Parteien sowie Lehrer und Unternehmer an. Der Regierungsrat hatte das Begehren für ungültig erklären lassen wollen, doch folgte der Kantonsrat dem nicht.

Der Fremdsprachenunterricht wird auch in anderen Kantonen diskutiert: 2015 sprachen sich die Nidwaldner, 2017 die Zürcher Stimmberechtigten für die Beibehaltung von zwei Fremdsprachen an der Primarschule aus. Ebenfalls im laufenden Jahr sprach sich das Thurgauer Parlament dafür aus, Französisch in die Oberstufe zu verschieben. (sda)

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