Kantonale Verwaltung
Auf der Landschaft bleiben statt zum Seetalplatz fahren: Der Kanton prüft regionale Co-Working-Arbeitsplätze

Ein Teil der Kantonsangestellten soll nicht im neuen Verwaltungsgebäude, sondern in regionalen Hubs arbeiten. Wo sie entstehen und wie viele es braucht, soll eine Bedürfnisanalyse aufzeigen.

Reto Bieri
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Für die kantonale Verwaltung ist es ein Meilenstein: Am Seetalplatz in Emmenbrücke wird ein neues, zentrales Verwaltungsgebäude gebaut. Ende November hat das Luzerner Stimmvolk dazu mit knapp 65 Prozent deutlich Ja gesagt. Rund 177 Millionen Franken kostet der Bau, der rund 1450 Mitarbeitenden Platz bieten wird.

Bürofläche gemeinsam nutzen: im Bild der Co-Working-Space 6280.ch in Hochdorf.

Bürofläche gemeinsam nutzen: im Bild der Co-Working-Space 6280.ch in Hochdorf.

Bild: Boris Bürgisser (Hochdorf, 27. März 2020)

Doch nicht alle Kantonsangestellten müssen künftig an den Seetalplatz reisen. Auf Wunsch der Verkehr- und Baukommission des Kantonsrats soll ein Teil der Mitarbeitenden in Co-Working-Spaces in den Regionen Entlebuch, Seetal, Sursee und Willisau arbeiten. Diese sogenannten Hubs waren auch im Vorfeld der Abstimmung zum neuen Verwaltungsgebäude ein Thema, wenn auch meist nur am Rande. So schrieb etwa das Ja-Komitee: «Bei diesen Aussenstellen können Besprechungen und Sitzungen stattfinden. Wer auf dem Land wohnt, muss nicht für jeden Gang aufs Amt an den Seetalplatz.»

Homeoffice ist für viele nicht geeignet

In dieselbe Richtung zielt ein Postulat von Kantonsrat Guido Roos (Mitte). Er fordert, den Betrieb oder die Beteiligung an Co-Working-Spaces zu prüfen. Um als Arbeitgeber auch in Zukunft attraktiv zu sein, sei es für den Kanton Luzern wichtig, neue Möglichkeiten zu nutzen, schreibt der Wolhuser. Der Kanton Luzern habe dies erkannt und im Jahr 2020 die Work-Smart-Initiative unterzeichnet.

Durch die Coronapandemie habe man Erfahrung mit dem Homeoffice gesammelt. Die Wohnverhältnisse vieler Mitarbeitenden seien für diese Arbeitsform aber nicht wirklich geeignet. «Co-Working-Spaces bieten oft bessere Arbeitsbedingungen, senken die Mobilität und erhöhen die Arbeitsproduktivität und die Motivation. Zudem sichern sie Arbeitsplätze in den Regionen des Kantons Luzern», schreibt Roos weiter.

In eigenen Gebäuden unterbringen oder zumieten

Dass die Regionen gut abgedeckt sind, sei dem Kanton Luzern als Arbeitgeber und Dienstleister ein Anliegen, bestätigt Yasmin Kunz, Sprecherin des Finanzdepartements. «Darum will er mit Hubs die Möglichkeit schaffen, dass Mitarbeitende der Verwaltung in den Regionen arbeiten können.»

Wie viele solcher Hubs es genau sein werden und wo sie entstehen, steht laut Kunz allerdings noch nicht fest. Dass der Kanton selber neue Gebäude errichten wird, sei kein Thema. «Bestenfalls kann der Kanton in seinen eigenen Gebäuden die Hubs unterbringen. Falls nicht, wird er Räumlichkeiten zumieten.» Eine Bedürfnisanalyse soll aufzeigen, wie viele Co-Working-Spaces es in den jeweiligen Regionen brauchen wird. «Ziel ist es, dass die Hubs gleichzeitig mit dem Bezug der neuen kantonalen Verwaltung in Betrieb genommen werden können», so Kunz. Dies ist ab 2026 geplant.