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Kantonales Verwaltungsgebäude in Emmenbrücke: Projekt verzögert sich um mehr als ein Jahr

Das grosse Bauvorhaben am Seetalplatz liegt derzeit auf Eis – obwohl alle Bewilligungen vorliegen und auch der Planungskredit gesprochen ist. Schuld ist der budgetlose Zustand des Kantons.
Hugo Bischof
Am Seetalplatz: Hier soll das kantonale Verwaltungsgebäude mit rund 1100 Arbeitsplätzen entstehen. (Bild: Pius Amrein (Emmenbrücke, 29. Juni 2017))

Am Seetalplatz: Hier soll das kantonale Verwaltungsgebäude mit rund 1100 Arbeitsplätzen entstehen. (Bild: Pius Amrein (Emmenbrücke, 29. Juni 2017))

Die Finanzkrise des Kantons Luzern hat eine weitere einschneidende Auswirkung: Das Zentrale Verwaltungsgebäude des Kantons auf dem Seetalplatz in Emmen kann vorläufig nicht gebaut werden. «Die weitere Planung ist in­folge des aktuell budgetlosen Zustands sistiert», bestätigte Kantonsbaumeister Hans-Urs Baumann am Donnerstag eine entsprechende Medienmitteilung des Gemeinderats Emmen. Der bisher kommunizierte Terminplan verzögere sich um mindestens ein Jahr. Gemäss den heutigen Erkenntnissen werde die Volksabstimmung für den Baukredit frühestens im Frühling 2021 erfolgen. Baumann: «Die Inbetriebnahme und der Bezug der Zentralen Verwaltung mit rund 1100 Mitarbeitenden ist somit auf Anfang 2025 vorgesehen.» Bisher ging man von einem Eröffnungstermin Ende 2023 aus.

«Das Problem ist, dass wir wegen des budgetlosen Zustands des Kantons keine weiteren Planungsschritte vornehmen können», sagt der Kantonsbaumeister. Konkret sei die Vergabe von Mandaten für die nächsten Planungsschritte zurzeit unmöglich. «Das ist für uns natürlich unschön», sagt Baumann. Er gehe aber davon aus, dass der Kanton im September 2017 ein Budget haben werde und dann die Planung wieder aufgenommen werden könne. Was aber, wenn der budgetlose Zustand des Kantons weiter andauern sollte? «Dann würde sich die Inbetriebnahme weiter verzögern.»

Einem Planungskredit von 5 Millionen Franken für das Zentrale Verwaltungsgebäude hatte der Kantonsrat am 19. September letzten Jahres klar zugestimmt – mit 91 Ja- gegen 12 Nein-Stimmen. «Das Geld wäre also vorhanden; wir können es zurzeit einfach nicht ausgeben», sagt der Kantonsbaumeister.

Dank Neubau sollen jährlich Millionen gespart werden

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 160 Millionen Franken. Durch die Einrichtung von insgesamt 1100 Arbeitsplätzen im Neubau am Seetalplatz in Emmen werden dereinst rund 36 000 Quadratmeter Mietfläche in der Stadt Luzern frei werden. Auf so viel Fläche ist die kantonale Verwaltung in der Stadt eingemietet. Der Regierungsrat rechnet damit, dass durch den Wegfall von Mietkosten und durch Synergien jährlich etwa 7,7 Millionen Franken gespart werden können.

Besonders ärgern dürfte den Kanton die Verzögerung, weil der Bebauungsplan für das betreffende Areal soeben rechtskräftig geworden ist – ebenso wie die drei weiteren Bebauungspläne am Seetalplatz. Der Regierungsrat hatte die vier Bebauungspläne Anfang Mai 2017 genehmigt. Jetzt ist die Beschwerdepflicht abgelaufen. Somit haben Grundeigentümer, Investoren und die Behörden, die rund um den Verkehrsknotenpunkt seit 2010 ein städtisches Zentrum planen, Rechtssicherheit.

«Es ist bemerkenswert, dass vier Bebauungspläne mit einem solchen Volumen gleichzeitig bewilligt wurden. Das war nur durch die gute Vorbereitungs- und Planungsarbeit aller Beteiligten möglich», sagt Ulrich Freyenmuth, Gebietsmanager Luzern Nord. Emmens Baudirektor Josef Schmidli erklärt: «Nun wird in den nächsten Jahren die Vision von einem neuen städtischen Zentrum am Seetalplatz konkret.» Bei den weiteren Baufeldern läuft die Planung wie vorgesehen weiter. Auf dem Baufeld nördlich des neuen Busbahnhofs ist ein Geschäfts- und Bürohaus vorgesehen. Das Baufeld mit dem Kino-Maxx-Gebäudekomplex wird unter dem Projekttitel «Metropolis» zu einem Wohn-, Arbeits- und Freizeitzentrum ausgebaut. Auf einem weiteren Baufeld entlang der Kleinen Emme sind drei Wohngebäude mit rund 300 Wohnungen geplant.

1800 Arbeitsplätze und 450 Wohnungen

Gemäss den bewilligten Bebauungsplänen können beim Seetalplatz auf dem Gemeindegebiet von Emmen in den nächsten Jahren rund 1800 Arbeitsplätze und rund 450 Wohnungen entstehen. Die Gebäude werden mehrheitlich fünf Geschosse aufweisen, gekrönt von vier zehn- bis elfgeschossigen Hochhäusern, die den Seetalplatz und den neuen Bahnhofplatz städtebaulich einrahmen und ihm ein völlig neues Gesicht geben werden. «Wie gut der neue Ortsteil dereinst funktioniert, mit Leben gefüllt, von der Bevölkerung angenommen wird – und letztlich rentiert –, ist abhängig von der Qualität der einzelnen Bauten und Freiräume», sagt Thomas Stadelmann, Leiter des Departements Hochbau und Planung.

Mit der Eröffnung des neuen Bahnhofplatzes und der Wartedächer wurde im Dezember des vergangenen Jahres der bauliche Grundstein für die Entwicklung am Seetalplatz bereits gesetzt. Gemeinderat Josef Schmidli sagt: «Den ersten Meilenstein haben wir erreicht; jetzt geht es in die Höhe.»

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