KANTONSCHEMIKER: 400 Betriebe haben Mängel aufgewiesen

2008 wurden knapp 2000 Lebensmittelbetriebe kontrolliert. Bei knapp 80% der kontrollierten Betriebe konnte die Lebensmittelsicherheit als gewährleistet oder mit leicht eingeschränkter Lebensmittel­sicherheit eingestuft werden.

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Blick ins Labor der Lebensmittelkontrolle in Luzern. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Blick ins Labor der Lebensmittelkontrolle in Luzern. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Zirka 20% der Betriebe wiesen eine eingeschränkte oder nicht gewährleistete Lebensmittelsicherheit auf. Dies entspricht dem Schweizer Durchschnitt, wie der Kantonschemiker mitteilt. Es mussten Benützungsverbote für Teilbereiche oder Gerätschaften ausgesprochen werden. Bei Betrieben mit mässiger Gesamtgefahr wurde insbesondere die Hygiene und Selbstkontrolle nicht genügend wahrgenommen. Zu Be-triebsschliessungen ist es jedoch nicht gekommen, die Mängel wurden umgehend beseitigt.

Fremdstoffe in Lebensmitteln
Insgesamt wurden 11'138 Proben untersucht. Analysiert wurden Zusatzstoffe in Fleisch¬erzeugnissen, Konservierungsstoffe in Broten, Pestizide in Eiern, Honig und Milch, Schimmelpilzgifte in Pistazien, Antibiotika in Honig, Nährwerte in Konfitüren, Rückstände in Tee, Blei und Cadmium in Geschirr, Konservierungsstoffe, Formaldehyd und allergene Duftstoffe in Kosmetika, Nickel in Modeschmuck, Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid in Tabakwaren, Gehaltsbestimmungen in Betäubungsmitteln, Legionellen in Wasser, Quecksilber in Herbarblättern sowie die Zusammensetzung von Fleischerzeugnissen, Konfitüren und Gelées. Dabei mussten am häufigsten Inhalts- und Fremdstoffe (56-mal), die Kennzeichnung (17-mal) sowie die Zusammensetzung (11-mal) beanstandet werden.

Von 1550 untersuchten leichtverderblichen Lebensmitteln mussten 240 Proben (16%) beanstandet werden. Am häufigsten wurden Enterobakteriaceen und aerobe, mesophile Keime nachgewiesen. Die Beanstandungsquote bei Fisch, Fleisch und vorproduzierten Teigwaren und Reis lag bei nicht akzeptablen 28-46%. Gründe waren mangelnde Hygiene, Kontamination bei der Herstellung und Verpackung sowie unsachgemässe Lagerung. Erfreuliche Resultate fanden sich in Milcherzeugnissen, Rohwurstwa-ren, Patisserie, Sandwiches und Birchermüesli.

305 Trinkwasserproben beanstandet
Von 5332 untersuchten Trinkwasserproben entsprachen 94% den gesetzlichen Anforderungen. Insgesamt mussten 305 (5,7%) Trinkwasserproben beanstandet werden. Oftmals mussten Beanstandungen nach starken Niederschlägen oder längeren Trockenperioden ausgesprochen werden. 89% der Trinkwasserversorgungen zeigten keine oder nur geringe Gesamtgefahr. Es mussten hauptsächlich unvollständige Selbstkontrollunterlagen beanstandet werden. Das Risiko war bei sämtlichen Trinkwasserversorgungen niedrig.

Die 73 untersuchten Bäderproben zeigten Beanstandungsquoten von 10% bei den Hallenbädern und 22% bei den Freibädern, was gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Verbesserung darstellt. Meist war der Gehalt an Desinfektionsmittel zu hoch oder zu niedrig eingestellt. Freibäder wiesen zu hohe Harnstoffgehalte auf.

scd