Kantonsgericht weist Beschwerde gegen Hochwasserschutzprojekt in Dierikon ab

Der geplante Hochwasserschutz in Dierikon entwickelt sich zur endlosen Geschichte. Entscheiden wird wohl das Bundesgericht.

Roger Rüegger
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Beim verheerenden Unwetter im Sommer 2015 hinterliess der Götzentalbach im Dörfli in Dierikon eine Spur der Verwüstung.

Beim verheerenden Unwetter im Sommer 2015 hinterliess der Götzentalbach im Dörfli in Dierikon eine Spur der Verwüstung.

(Bild: Chris Iseli, Dierikon 8. Juni 2015)

Das Luzerner Kantonsgericht hat die Beschwerde eines Liegenschaftsbesitzers gegen ein Wasserbauprojekt abgewiesen. Beim Urteil, das am Freitag veröffentlicht wurde, geht es um eine Hochwasserschutzmassnahme am Götzentalbach – unter anderen betrifft dies das Siedlungsgebiet Dörfli in Dierikon.

Zur Vorgeschichte: Bei einem Unwetter mit heftigen Niederschlägen führte der Götzentalbach im Juni 2015 Unmengen Geschiebe mit sich. Aus dem kleinen Bächlein wurde innert kurzer Zeit ein tosender Bach, der über die Ufer trat und im Dörfli eine grosse Verwüstung hinterliess.

Zwei Menschen kamen in den Fluten ums Leben

Die Strasse wurde durch die Naturgewalt auf einer Länge von rund 200 Metern regelrecht aufgerissen und an mehreren Gebäuden entstanden zum Teil erhebliche Schäden.

Und es kam zum Schlimmsten: In den Fluten sind eine junge Frau und ihre fünfjährige Tochter auf tragische Weise ums Leben gekommen. Die beiden befanden sich im Keller eines neueren Gebäudes, als sie von den Wassermassen überrascht wurden.

Bereits bei den Hochwasserereignissen im Jahr 2005 kam es im Gebiet Dörfli zu grossen Schäden. Um die Bevölkerung vor solchen Katastrophen zu schützen, plant der Kanton Luzern im Rahmen des Hochwasserschutzes seit Jahren den Ausbau des Götzentalbachs. Gegen dieses Projekt hatte jedoch ein Mann, der mehrere Liegenschaften am Götzentalbach besitzt, bereits im Februar 2017 Beschwerde eingereicht.

Entscheid des Regierungsrats aufgehoben

Er beschwerte sich, dass seine Parzellen nicht in das Hochwasserschutzprojekt involviert sind, obwohl mehrere seiner Gebäude schon durch Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es half nichts. Am 28. November 2017 bewilligte der Regierungsrat das Wasserbauprojekt. Auf die Einsprache des Liegenschaftsbesitzers trat die Regierung nicht ein. Der Liegenschaftsbesitzer erhob Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Das Kantonsgericht hob den Entscheid des Regierungsrats auf und wies das Geschäft zur Neuentscheidung zurück.

Das Resultat war dasselbe wie beim ersten Durchgang. Am 18. Dezember 2018 bewilligte der Regierungsrat das Wasserbauprojekt erneut. Worauf der Liegenschaftsbesitzer am 9. Januar 2019 abermals Verwaltungsgerichtsbeschwerde erhob. In seiner Vernehmlassung vom 28. Februar 2019 schloss das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement (BUWD) namens der Regierung auf Abweisung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde. Der Beschwerdeführer hielt an seinen Anträgen fest, ebenso das BUWD. Der Liegenschaftsbesitzer erwägt nun, beim Bundesgericht Beschwerde zu erheben, wie er auf Anfrage sagte.

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Lena Berger