Kantonsrat

300'000 Franken: Kantonsrat spricht mehr Geld für den Luzerner Jungwald

Der Klimawandel macht dem Luzerner Wald zu schaffen. Für die notwendigen Aufforstungen macht der Kantonsrat zusätzlich 300'000 Franken locker.

Reto Bieri
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Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer machen dem Luzerner Wald zusehends zu schaffen. Die Pflege des Jungwalds wird nun gestärkt. Der Kantonsrat hat am Dienstag ein Postulat von Ludwig Peyer gutgeheissen. «Unser Wald ist der beste Klimaschützer», sagte der Willisauer CVP-Politiker. Der Wald habe eine wichtige Schutzfunktion und bindet CO2. «Nur ein gesunder Wald kann dies leisten. Doch er braucht unsere Hilfe, denn er ist von Stürmen, Überalterung und Unternutzung geschwächt.»

Forstwart fällt einen Baum im Gütschwald.

Forstwart fällt einen Baum im Gütschwald.

Bild: Nadia Schärli (Luzern, 11. März 2020)

Wegen der tiefen Holzpreise verzichten viele Waldbesitzer auf die Aufforstung. Peyer forderte deshalb mehr Mittel. Bund und Kanton unterstützen die Jungwaldpflege in den letzten Jahren im Durchschnitt mit 510’000 Franken. Dieser Betrag müsse deutlich erhöht werden, fordert Peyer. Die Regierung habe das Problem zwar erkannt. Dass sie seinen Vorstoss nur teilweise erheblich erklären will, war für Peyer ein Wermutstropfen.

Knecht: Thema Wald soll weiterentwickelt werden

Auch SVP, GLP und eine Mehrheit der FDP plädierten dafür, das Postulat nur teilweise erheblich zu erklären. Grund sind die erwarteten Mehrkosten von rund 300'000 Franken. «Flächen mit neuen Bäumen zu bepflanzen ist sechsmal teurer, als wenn die Bäume natürlich nachwachsen», sagte Regierungsrat Fabian Peter (FDP). Wichtig sei zudem, dass die kantonalen Massnahmen mit dem Bund abgestimmt sind.

Willi Knecht räumte ein, die im Aufgaben- und Finanzplan eingestellten 50'000 Franken für die Jungwaldpflege seien zu knapp bemessen, das Thema Wald müsse richtigerweise weiterentwickelt werden. Der SVP-Kantonsrat warnte aber: «Solange ausländisches Bauholz den Schweizer Markt überschwemmt und die Rahmenbedingungen nicht verbessert werden, ist der Betrag zur Jungwaldpflege nur ein Tropfen auf den heissen Stein.»

Peyers Anliegen war bei den anderen Fraktionen im Grundsatz unbestritten. «In Zukunft benötigen wir wegen des Klimawandels andere Bäume wie Eiche oder Douglasie. Die müssen aber jetzt gepflanzt werden», sagte Ruedi Amrein (FDP, Malters). Monique Frey kritisierte, dass mit der Schaffung der regionalen Organisationen vor einigen Jahren die wirtschaftliche Nutzung des Waldes in den Vordergrund gerückt war. «Kaum taucht ein Problem auf, wird nach mehr Staatsbeiträgen gerufen.» Im Grundsatz unterstützten die Grünen aber den Schutz des Waldes.

Auch zweiter Prüfantrag wird überwiesen

Statt nur teilweise erheblich, wie von der Regierung vorgeschlagen, überwies der Kantonsrat mit 57 Ja- zu 54 Nein-Stimmen das Postulat knapp vollerheblich. Damit ist der Weg frei für zusätzliche Mittel für den Jungwald.

Auch ein zweites Postulat von Ludwig Peyer zum Thema Holz wurde überwiesen. Es will die Luzerner Holzwirtschaft mit einem umfassenden Strategie- und Massnahmenplan stärken. Der Prüfantrag wurde vom Rat diskussionslos und einstimmig gutgeheissen.