Kantonsrat
Anzahl Suizide ging zurück – Regierung sieht daher keinen Handlungsbedarf

Die Luzerner Regierung hält in ihrer Antwort auf eine Anfrage fest, es bestehe kein Zusammenhang zwischen den Coronamassnahmen und der Anzahl Suizide.

Fabienne Mühlemann
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Im Jahr 2020 wurden im Kanton Luzern 85 Suizide registriert, davon sind 48 Todesfälle mit Begleitung von Sterbehilfeorganisationen. Das zeigen Zahlen der Luzerner Polizei, welche die Regierung für die Beantwortung einer Anfrage von SVP-Kantonsrat Daniel Keller (Udligenswil) verwendet hat. Der Altersdurchschnitt der 37 Personen, welche ohne Mitwirkung einer Sterbehilfeorganisation Suizid begingen, liegt bei rund 54 Jahren. Zehn Suizide fallen auf den Monat Januar.

Im Vergleich zum Jahr 2018 (107 Suizide) und zum Jahr 2019 (108 Suizide) kam es also zu keiner erhöhten Anzahl Selbstmorde, hält der Regierungsrat in seiner Antwort fest. Auch die Suizide ohne Sterbehilfe gingen deutlich zurück (2018: 57, 2019: 52). «Es kann deshalb kein Zusammenhang zwischen den Massnahmen zur Eindämmung und Bewältigung der Pandemie und der Anzahl Suizide festgestellt werden», schreibt die Regierung.

Nachfrage nach psychiatrischer Behandlung hat zugenommen

Derzeit würden nur noch wenige Coronamassnahmen gelten, welche für die Bevölkerung sehr einschränkend seien. Dass diese zu Depressionen oder Suiziden führen, hält der Regierungsrat für kaum wahrscheinlich, weswegen er keinen Handlungsbedarf sieht. Sollte es wieder zu Verschärfungen kommen, werde der Kanton Luzern die Verhältnismässigkeit der Massnahmen prüfen.

Er hält jedoch fest, dass die Nachfrage nach psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung aufgrund der Covid-19-Pandemie zugenommen hat. «Welche nachhaltigen Massnahmen für eine Verbesserung der Versorgung angezeigt und möglich sind, wird bei den Beratungen zum Planungsbericht über die Psychiatrieversorgung vertieft zu prüfen sein.» Dieser Bericht wird dem Rat im Herbst unterbreitet.