Kantonsrat bleibt auf seiner ZHB-Linie

Der Luzerner Kantonsrat hält seinen Entscheid vom Dezember 2011, die Sanierung der ZHB aufs Eis zu legen und ein Neubauprojekt aufzugleisen, noch immer für richtig. Er hat am Dienstag eine Motion von David Roth (SP) abgelehnt.

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Blick auf die ZHB beim Vögeligärtli. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Blick auf die ZHB beim Vögeligärtli. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Im Sommer 2010 hatte das Parlament Pläne der Regierung gutgeheissen, die Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) beim Vögeligärtli in Luzern zu sanieren. Doch im letzten Dezember stellte sich der Rat plötzlich gegen das Vorhaben, indem es eine Motion von Hans Aregger (CVP) guthiess.

Aregger schlug vor, die ZHB aus finanziellen Gründen nicht zu sanieren, sondern durch einen Neubau zu ersetzen, der von einem Investor finanziert wird. Damit könnte auch das an zentraler Lage gelegene Grundstück besser ausgenutzt werden.

Unerwartet heftige Reaktionen

In der Stadt löste der Entscheid heftige Reaktionen aus, dies vor allem wegen der erwogenen dichteren Bebauung. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass die ZHB ein schützenswertes Objekt sei. Alain Greter (Grüne) sagte, Areggers Pläne seien wie ein Kartenhaus zusammengefallen.

Die Gegner eines Neubaus wiesen am Dienstag in dem Parlament auf den schlechten Zustand der ZHB hin. Es dürfe nicht noch mehr Zeit verloren gehen. Die Regierung geht davon aus, dass ein Neubau frühestens Ende 2019 bezugsbereit wäre.

David Roth (SP) forderte deshalb in seiner Motion, dass der Kanton unverzüglich die Sanierungsplanung fortsetze, wenn die Stadt die für einen Neubau nötigen Umzonung des ZHB-Gebäudes ablehnt. Roth fand damit aber keine Mehrheit und der Vorstoss wurde mit 73 zu 37 Stimmen abgelehnt.

Die Befürworter eines Neubaus sahen nämlich keinen Grund, ihren Entscheid vom letzten Dezember zu hinterfragen. Heidi Frey (CVP) erinnerte daran, dass bei der Uni und dem KKL auch erst nach einer Zusatzschleife ein gutes Projekt zustande gekommen sei.

Regierungsrat skeptisch

Regierungsrat Marcel Schwerzmann teilte teilweise die Bedenken gegen einen Neubau. Eine volle Auslastung des Grundstücks sei wohl nicht möglich, und damit brökle auch das Finanzierungsmodell. Er glaube nicht, dass der Kanton ohne eigene Mittel ein neues ZHB- Gebäude realisieren könne.

Die Regierung hat deshalb die für die Sanierung geplanten Gelder weiterhin in der Finanzplanung eingestellt, und zwar ab 2013. Damit will er sicherstellen, bei einem Scheitern der Neubauidee sofort das Sanierungsprojekt weiterführen zu können.

sda