Kantonsrat für mehr Tangential-Linien

Der Luzerner Kantonsrat möchte, dass zwischen den Vororten Luzerns bald direkte Buslinien verkehren. Am Planungsbericht der Regierung gabs Kritik aus allen Richtungen.

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In den Luzerner Vororten sollen mehr Passagiere auf den Bus umsteigen. (Bild: Archiv Neue LZ)

In den Luzerner Vororten sollen mehr Passagiere auf den Bus umsteigen. (Bild: Archiv Neue LZ)

Im Planungsbericht 2012-2015 spricht sich der Regierungsrat dafür aus, dass in der Stadt und Agglomeration Luzern Bahn und Bus zu den bevorzugten Verkehrsmitteln werden. Gleichzeitig will er den Kostendeckungsgrad des öffentlichen Verkehrs von 48 auf 50 Prozent erhöhen.

Der öffentliche Verkehr hat in der Stadt einen Marktanteil von 42 Prozent, im Agglomerationsgürtel nur von 16 Prozent. Dieser Modalsplit soll gemäss Bericht auf 18 Prozent erhöht werden, ein Ansinnen, das im Rat nicht bekämpft wurde.

Kritik aus allen Richtungen

Am Bericht gab es dennoch viel Kritik. Marcel Omlin (SVP) forderte etwa, dass die Bus- und Bahnfahrer sich noch stärker an den Kosten zu beteiligen hätten. Der SP, den Grünen und der GLP war der Bericht zu wenig visionär. Es werde mehr verwaltet als gestaltet, sagte Samuel Odermatt (GLP).

Stadtrat Stefan Roth (CVP) vermisste eine Gesamtverkehrsplanung, um die Infrastrukturen abstimmen zu können. Zudem brauche es zur Entlastung der Stadt Buslinien, die die Vororte direkt verbinden (Tangentiallinien) würden.

Die grosse Mehrheit des Parlamentes unterstützte deshalb eine von der vorberatenden Kommission eingebrachte Bemerkung, die eine zügige Realisierung von Tangentiallinien forderte. Die SVP lehnte dies wegen ungewissen Kostenfolgen ab.

Bemühungen der Linken scheiterten

Der öffentliche Verkehr müsse Vortritt haben, erklärte Michael Töngi das Credo der Grünen. Die Schweiz habe beim Verkehr die Trendwende aber noch nicht geschafft. Trudi Lötscher (SP) fürchtete, dass diese wegen den drohenden Sparmassnahmen sich weiter verzögern könnte.

Bemühungen der Linken, den Planungsbericht noch stärker auf eine Förderung des öffentlichen Verkehrs auszurichten, scheiterten. Abgelehnt wurde so die Zielsetzung, den Marktanteil des öffentlichen Verkehrs in der Agglomeration statt auf 18 sogar auf 20 Prozent zu erhöhen.

Zufrieden mit dem Planungsbericht zeigte sich Guido Durrer (FDP). Mobilität sei wichtig, sagte er und warnte davor, den öffentlichen Verkehr und den Autoverkehr gegeneinander auszuspielen. Die FDP wollte vom Planungsbericht deshalb zustimmend Kenntnis nehmen. Die SVP votierte dagegen für eine ablehnende Kenntnisnahme. Die grosse Mehrheit nahm neutral Kenntnis.

sda