KANTONSRAT: Funktionäre auf dem Vormarsch

Unternehmer und Selbstständige dominieren auch das neue Parlament. Übervertreten sind künftig Angestellte in Verwaltungen, Verbänden und Stiftungen.

Lukas Nussbaumer
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Der 120-köpfige Kantonsrat. (Archivbild Boris Bürgisser)

Der 120-köpfige Kantonsrat. (Archivbild Boris Bürgisser)

Lukas Nussbaumer

Wie unterscheidet sich das Parlament der neuen Legislatur von demjenigen, das das Stimmvolk am 10. April 2011 gewählt hat? Parteipolitisch betrachtet sind die Unterschiede gering. SVP und FDP haben je zwei Mandate gewonnen, die Grünen zwei verloren, CVP und GLP müssen je einen Verlust verkraften.

Zu einem anderen Schluss kommt, wer den neuen Kantonsrat in Bezug auf seine berufliche Zusammensetzung analysiert: Hier sind die Unterschiede zum vor vier Jahren bestellten Parlament gross. Auffälligste Änderung ist die starke Zunahme in der Kategorie Angestellte in Verwaltungen, Verbänden, Stiftungen und Parteien. Gehörten vor vier Jahren 6 Kantonsräte zu dieser Gruppe, sind es jetzt mit 27 mehr als viermal so viele.

Weiterhin dominiert wird die Legislative von Unternehmern, Gewerblern und Selbstständigen. Fast ein Drittel des Rats, nämlich 36 Mitglieder, gehören zu dieser Kategorie. Das ist, gemessen am 20-Prozent-Anteil an der erwerbstätigen Bevölkerung, ein Missverhältnis.

Dreimal mehr Bauern

Die gleiche Aussage lässt sich für die Bauern machen: Ihr Anteil ist mit 15 Mitgliedern (5 sind auch noch Gemeinderäte und sind deshalb dort eingereiht) rund dreimal so hoch wie der Anteil der Bauern an der erwerbstätigen Bevölkerung. Die Landwirte konnten damit ihre starke Lobby im Vergleich zu 2011 knapp halten. Gleich hoch ist im neuen Parlament der Anteil der Gemeinde- und Stadträte: 26 Kantonsräte sind auch Exekutivmitglieder. Je 9 Gemeinderäte stellen CVP und FDP, 6 gehören der SVP an, je einen Gemeinderat in ihren Reihen zählen SP und GLP. Wie schon im alten Kantonsrat nicht vertreten sind die Ungelernten, die deutlich mehr als 10 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung ausmachen.

CVP am ausgeglichensten besetzt

So unterschiedlich stark der Einfluss der verschiedenen Berufsgruppen im Kantonsrat ist, so gross sind die Differenzen zwischen den Parteien.

 

  • CVP (38 Mitglieder): Die grösste Luzerner Partei stellt neben 9 Gemeinderäten auch 7 Bauernvertreter. Dazu kommen 9 Unternehmer, 8 Angestellte in Verwaltungen, Verbänden oder Stiftungen, 6 in der Privatwirtschaft arbeitende Politiker und 2 Lehrer. Fazit: In der Mittepartei CVP sind am meisten Berufsgruppen vertreten.
  • SVP (29): In derzweitstärksten Fraktion überwiegenUnternehmerund Selbstständige (13 von 29 Mitgliedern). Dazu kommen 8 Bauern und 6 Gemeinderäte, aber nur 3 Personen, die in einer Verwaltung, einem Verband oder einer Stiftung arbeiten.
  • FDP (25): Bei den Freisinnigen politisieren vor allem Unternehmer (9) sowie Gemeinde- und Stadträte (9).
  • SP (16): Kadermitglieder oder Angestellte in Verwaltungen, Verbänden, Stiftungen die Hälfte der Sozialdemokraten lässt sich dieser Kategorie zuordnen. Dazu dominiert die SP mit 4 Mitgliedern die nur noch kleine Gruppe der 7 Lehrervertreter. Im 2011 gewählten Kantonsrat sassen mehr als doppelt so viele Lehrer.
  • Grüne (7): Hier politisieren 3 Fraktionsmitglieder, die von der öffentlichen Hand oder von Verbänden leben. Dazu kommen 2 Selbstständige.
  • GLP (5): Auch bei der kleinsten Fraktion gehören 2 Mitglieder zur zweitgrössten Gruppe in unserer Kategorisierung.
Die Luzernerinen und Luzerner haben am 29. März das Kantonsparlament neu bestellt. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
100 Bilder
Bild: cv
Markus Baumann (GLP), Luzern (Bild: pd)
Michèle Bucher (Grüne), Luzern (Bild: pd)
Marcel Budmiger (SP), Luzern (Bild: pd)
Hasan Candan (SP), Luzern (Bild: pd)
Ylfete Fanaj (SP), Luzern (Bild: pd)
Markus Gehrig (CVP), Luzern (Bild: pd)
Andrea Gmür-Schönenberger (CVP), Luzern (Bild: pd)
Damian Hunkeler (FDP), Luzern (Bild: pd)
Katharina Meile (Grüne), Luzern (Bild: pd)
Andreas Moser (FDP), Luzern (Bild: pd)
Pirmin Müller (SVP), Luzern (Bild: pd)
Giorgio Pardini (SP), Luzern (Bild: pd)
Stefan Roth (CVP), Luzern (Bild: pd)
David Roth (SP), Luzern (Bild: pd)
Thomas Schärli (SVP), Luzern (Bild: pd)
Norbert Schmassmann (CVP), Luzern (Bild: pd)
Hans Stutz (Grüne), Luzern (Bild: pd)
Herbert Widmer (FDP), Luzern (Bild: pd)
Felicitas Zopfi (SP), Luzern (Bild: pd)
Daniel Wettstein (FDP), Luzern, neu. (Bild: PD)
Patrick Hauser (FDP), Adligenswil, neu. (Bild: PD)
Claudia Huser Barmettler (GLP), Luzern, neu. (Bild: PD)
Beat Züsli (SP), Luzern, neu. (Bild: PD)
Dieter Haller (SVP), Luzern, neu. (Bild: PD)
Lisa Zanolla (SVP), Luzern, neu. (Bild: PD)
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Erwin Arnold (CVP), Buchrain (Bild: pd)
Claudia Bernasconi (CVP), Greppen (Bild: pd)
Urs Brücker (GLP), Meggen (Bild: pd)
Ruedi Burkard (FDP), Horw (Bild: PD)
Räto B. Camenisch (SVP), Kriens (Bild: pd)
Johanna Dalla Bona-Koch (FDP), Kriens (Bild: PD)
Peter Fässler (SP), Kriens (Bild: PD)
Daniel Gasser (CVP), Ebikon (Bild: pd)
Franz Gisler (SVP), Greppen (Bild: pd)
Michèle Graber (GLP), Udligenswil (Bild: pd)
Gianmarco Helfenstein (CVP), Luzern (Bild: pd)
Irene Keller (FDP), Vitznau (Bild: PD)
Daniel Keller (SVP), Udligenswil (Bild: pd)
Barbara Lang-Schnarwiler (SVP), Hellbühl (Bild: pd)
Jörg Meyer (SP), Adligenswil (Bild: PD)
Guido Müller (SVP), Ebikon (Bild: pd)
Marlene Odermatt (SP), Adligenswil (Bild: PD)
Christina Reusser (Grüne), Ebikon (Bild: pd)
Heidi Scherer (FDP), Meggen (Bild: PD)
Ruedi Stöckli (SVP), Meierskappel (Bild: pd)
Michael Töngi (Grüne), Kriens (Bild: pd)
Paul Winiker (SVP), Kriens (Bild: pd)
Marcel Zimmermann (SVP), Horw (Bild: pd)
Peter Zurkirchen (CVP), Schwarzenberg (Bild: pd)
Daniel Piazza (CVP), Malters, neu. (Bild: PD)
Christine Kaufmann-Wolf (CVP), Kriens, neu. (Bild: PD)
Marlis Krummenacher (CVP), Root, neu. (Bild: PD)
Ruedi Amrein (FDP), Malters, neu (Bild: PD)
Gaudenz Zemp (FDP), Horw, neu. (Bild: PD)
Helene Meyer-Jenni (SP), Kriens, neu. (Bild: PD)
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Robi Arnold (SVP), Mehlsecken (Bild: pd)
Christian Graber (SVP), Grossdietwil (Bild: pd)
Tony Graber (SVP), Schötz (Bild: pd)
Willi Knecht (SVP), Geiss (Bild: pd)
Martin Krummenacher (SP), Willisau (Bild: pd)
Urs Kunz (CVP), Luthern (Bild: pd)
Erich Leuenberger (FDP), Nebikon (Bild: pd)
Inge Lichtsteiner (CVP), Egolzwil (Bild: pd)
Urs Marti (CVP), Zell (Bild: pd)
Hildegard Meier (FDP), Willisau (Bild: pd)
Ludwig Peyer (CVP), Willisau (Bild: pd)
Marlis Roos Willi (CVP), Geiss (Bild: pd)
Helen Schurtenberger (FDP), Menznau (Bild: PD)
Franz Wüest (CVP), Ettiswil (Bild: pd)
Thomas Grüter (CVP), Egolzwil, neu. (Bild: PD)
Philipp Bucher (FDP), Dagmersellen, neu. (Bild: PD)
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Rolf Bossart (SVP), Schenkon (Bild: PD)
Hedy Eggerschwiler (CVP), Buttisholz (Bild: pd)
Charly Freitag (FDP), Gunzwil (Bild: pd)
Priska Galliker (CVP), Knutwil-St. Erhard (Bild: pd)
Armin Hartmann (SVP), Schlierbach (Bild: PD)
Andreas Hofer (Grüne), Sursee (Bild: pd)
Yvonne Hunkeler (CVP), Grosswangen (Bild: pd)
Raphael Kottmann (CVP), Oberkirch (Bild: pd)
Pius Müller (SVP), Ruswil (Bild: PD)
Samuel Odermatt (GLP), Sursee (Bild: pd)
Angela Pfäffli-Oswald (FDP), Grosswangen (Bild: pd)
Rosy Schmid (FDP), Hildisrieden (Bild: pd)
Jost Troxler (SVP), Mauensee (Bild: PD)
Priska Wismer-Felder (CVP), Rickenbach (Bild: pd)
Yvonne Zemp Baumgartner (SP), Sursee (Bild: pd)
Gerda Jung (CVP), Hildisrieden, neu. (Bild: PD)
Roger Zurbriggen-Rüttimann (CVP), Neuenkirch, neu. (Bild: PD)
Hanspeter Bucheli-Brunner (CVP), Ruswil, neu. (Bild: PD)
Jim Wolanin (FDP), Neuenkirch, neu. (Bild: PD)
Georg Dubach (FDP), Triengen, neu. (Bild: PD)
Franz Grüter (SVP), Eich, neu. (Bild: PD)
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Rolf Born (FDP), Emmen (Bild: PD)
Franz Bucher (CVP), Baldegg (Bild: pd)

Die Luzernerinen und Luzerner haben am 29. März das Kantonsparlament neu bestellt. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)