KANTONSRAT: Gewalttäter zu Beratungsgesprächen schicken

Menschen, die häusliche Gewalt ausüben, sollen einer Beratungsstelle gemeldet werden. Der Kantonsrat hat am Montag eine Motion gutgeheissen, die eine Gesetzesnorm für eine obligatorische Beratung gewalttätiger Personen verlangt.

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(Symbolbild Keystone)

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Erna Müller-Kleeb (CVP) verweist in ihrem Vorstoss auf Erfahrungen aus dem Kanton Zürich. Dort werden die Personalien gewaltausübender Menschen an die Gewaltberatungsstelle weitergeleitet. Diese lädt den Täter zu einem Gespräch ein, um ihn zu einer weitergehenden Beratung zu motivieren.

Silvana Beeler (SP) unterstützte den Vorstoss. Es gehe darum, die Hemmschwelle der Täter zu beseitigen und die Gewaltspirale zu durchbrechen. FDP und Grüne pflichteten dem bei. Die SVP lehnte den Vorstoss vorab aus Kostengründen ab.

Justizdirektorin Yvonne Schärli wies darauf hin, dass es sich um eine präventive Massnahme handle und nicht um Pflichtberatungen, wie sie im Rahmen von Strafverfahren oder von Wegweisungen aus Wohnungen ausgesprochen werden können. Sie kündigte zudem an, dass auch die Personalien der Opfer automatisch an Beratungsstellen geleitet werden sollen.

2007 griff die Polizei im Kanton Luzern 464 Mal wegen häuslicher Gewalt ein. Dabei kam es zu 94 Festnahmen und 51 Wegweisungen.

sda