KANTONSRAT: Grosser Rückhalt für Luzerner Durchgangsbahnhof

Der Kopfbahnhof in Luzern soll mit einem unterirdischen Durchgangsbahnhof ergänzt werden. Der Kantonsrat hat am Montag diese Pläne des Regierungsrates unterstützt.

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So könnte der Durchgangsbahnhof dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So könnte der Durchgangsbahnhof dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Der Kantonsrat hat den Planungsbericht mit 93 zu 18 Stimmen zustimmend zur Kenntnis genommen. 2009 hatten sich Kantonsrat und Stimmberechtigte grundsätzlich hinter die Idee eines Tiefbahnhofs Luzern gestellt und 20 Millionen Franken für Projektierungsarbeiten genehmigt. Mittlerweile ist das Projekt zum unterirdischen Durchgangsbahnhof weiterentwickelt worden.

Die Variante Durchgangsbahnhof sieht einen Tunnel ab Ebikon, einen unterirdischen viergleisigen Bahnhof und einen Tunnel unter der Neustadt vor. Die geschätzten Kosten stiegen gegenüber dem unterirdischen Kopfbahnhof von 1,6 Milliarden Franken auf 2,5 Milliarden Franken. Die eidgenössischen Räte hatten entschieden, dass die Projektierung des Bahnhofs Bestandteil des Ausbauschrittes 2025 ist.

Im Kantonsrat kam das Projekt Durchgangsbahnhof gut an. Eigentlich bräuchten wir den Durchgangsbahnhof seit gestern, sagte Kantonsrat und Stadtpräsident Stefan Roth (CVP). Luzern werde mit einem Durchgangsbahnhof als Wohn- und Arbeitsstandort attraktiver.

"Befreiungsschlag"

Roth und andere Votanten wiesen darauf hin, dass der öffentliche Verkehr in Luzern die Kapazitätsgrenzen erreicht habe. Der zusätzliche Verkehr, der erwartet werde, müsse über den öffentlichen Verkehr aufgefangen werden, sagte Katharina Meile (Grüne, Kriens). Der Durchgangsbahnhof sei diesbezüglich ein Befreiungsschlag.

Herbert Widmer (FDP, Luzern) stimmte dieser Einschätzung zu. Das vorliegende Projekt sei aus einer Studie von 34 Varianten hervorgegangen. Nutzniesser des Durchgangsbahnhofes seien nicht einzelne, sondern viele.

Ein Vorentscheid zum Durchgangsbahnhof wird das Bundesparlament 2018 fällen. Der Kantonsrat müsse heute ein klares Mandat zum Lobbying erteilen, sagte Samuel Odermatt (GLP, Sursee).

Bekenntnis zu Vorfinanzierung

Ein Thema waren die beschränkten Finanzmittel des Bundes und die Sparpolitik des Kantons. Den öffentlichen Verkehr ausbauen und gleichzeitig sparen gehe schlecht zusammen, sagte Marcel Budmiger (SP, Luzern). Die Sprecherin der Grünen sagte, Luzern müsse nun zeigen, dass es nicht nur spare, sondern vorwärtsgerichtet sei.

Das Parlament beauftragte den Regierungsrat denn auch mit 92 zu 16 Stimmen, mit einer kantonalen Vorfinanzierung zu einer vorgezogenen Realisierung des Durchgangsbahnhofes beizutragen. Eine Forderung der SP, dazu einen Fonds zu äufnen, lehnte das Parlament aber klar ab.

Zu klein für Grossbahnhof

Das Signal auf rot geschaltet hat einzig die SVP. Daniel Keller (SVP, Udligenswil) sagte, die Kleinstadt Luzern werde in Bern keine Mehrheit für den Durchgangsbahnhof finden.

Gemäss SVP wurden Alternativen zum Durchgangsbahnhof nicht eingehend geprüft, vor allem die Realisierung eines neuen Bahnhofs in Luzern Nord statt im Stadtzentrum. Luzern sei zu klein für einen Grossbahnhof, sagte Fraktionssprecher Keller.

Dem widersprach Baudirektor Robert Küng. Die Alternative zum Durchgangsbahnhof sei Pflästerlipolitik. Küng wies darauf hin, dass bei der Finanzierung ausschliesslich der Bund das Sagen habe. Aufgabe des Kantons sei es, das Angebot zu definieren. Daraus leite der Bund die nächsten Ausbauschritte ab.

Ein Kritikpunkt der SVP war, dass durch den Durchgangsbahnhof mehrere hundert Parkplätze im Zentrum wegfallen würden. Diesen Bedenken trug der Kantonsrat mit einer Ergänzung zum Planungsbericht Rechnung.

Hinweis: Wer den Planungsbericht genehmigte und wer ihn ablehnte »

(sda)

Durchgangsbahnhof Luzern: So könnte die Linienführung künftig aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Durchgangsbahnhof Luzern: So könnte die Linienführung künftig aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Die geplante Streckenführung. (Bild: Visualisierung PD)

Die geplante Streckenführung. (Bild: Visualisierung PD)