KANTONSRAT: Jugendliche: Alkoholkauf unter Strafe stellen?

Wer Alkohol an Jugendliche verkauft, macht sich strafbar. Das Luzerner Kantonsparlament will nun aber auch eine Bestrafung von Jugendlichen prüfen, die versuchen, sich alkoholische Getränke zu beschaffen.

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«Sonst noch was?» – «Zwei Stangen!» (Karikatur Jals/Neue LZ)

«Sonst noch was?» – «Zwei Stangen!» (Karikatur Jals/Neue LZ)

Der Kantonsrat hat am Montag in erster Lesung einer Änderung des Gastgewerbegesetzes zugestimmt. In Zukunft soll nicht mehr nur der Ausschank, sondern jegliche Abgabe von Alkohol an Jugendliche unter 16 Jahren - namentlich der Verkauf in Geschäften - verboten sein. Zudem wurde eine gesetzliche Grundlage für verdeckte Testkäufe geschaffen. Das Parlament hat damit zwei Gesetzeslücken geschlossen.

Mehrere Votanten kritisierten jedoch, dass nur die Verkaufsgeschäfte, nicht aber die jugendlichen Käufer bestraft werden sollen. Urs Kunz, (CVP, Luthern)  war der Meinung, die präventive Wirkung wäre grösser, wenn den Jugendlichen beim unerlaubten Kauf eine Strafe drohen würde. Die vorberatende Kommission wird diesen Vorschlag nun im Hinblick auf die zweite Beratung des Gesetzes prüfen. 

Liberalisierung der Sperrstunde
Das Parlament hat ausserdem einer Ausweitung der Öffnungszeiten von Gastgewerbebetrieben zugestimmt.  Wer über eine Spezialbewilligung verfügt, soll bis 5 Uhr geöffnet haben dürfen. Heute dürfen Gastgewerbebetriebe ab 5 Uhr früh maximal 23 Stunden geöffnet sein. Das führt zu Nachtruhestörungen, wenn Gäste ab 4 Uhr während einer Stunde auf der Strasse ausharren, um  ab 5 Uhr wieder ins Lokal zurückzukehren.

bac

Die ausführliche Berichterstattung aus dem Luzerner Kantonsrat lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.