KANTONSRAT: Kaderlöhne staatsnaher Betriebe werden publik

Im Kanton Luzern werden die Löhne der Spitzenkader von Betrieben wie dem Kantonsspital, der Gebäudeversicherung, der Universität oder der Pensionskasse öffentlich gemacht. Der Kantonsrat hat ein Postulat der SP mit 89 zu 18 Stimmen gutgeheissen.

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Die Pharmaindustrie zahlt die höchsten Löhne. (Symbolbild Keystone)

Die Pharmaindustrie zahlt die höchsten Löhne. (Symbolbild Keystone)

Hergestellt werden soll die Transparenz ab 2017 in den Geschäftsberichten für 2016. Dabei geht es um die Entschädigungen des strategischen Organs, etwa des Verwaltungsrats, und der Geschäftsleitung. Publiziert werden soll nicht die Entschädigung, die jedes Mitglied dieser Organe erhält, sondern die Gesamtsumme. Extra ausgewiesen werden die Entschädigungen an die jeweiligen Vorsitzenden.

Die Transparenz soll in Organisationen, die im Besitz des Kantons sind oder - im Falle von Minderheitsbeteiligungen - einen starken Bezug zum Kanton haben oder eine staatsnahe Aufgabe erfüllen. Es sind dies etwa das Kantonsspital, die Universität, die Hochschulen und die Interkantonale Polizeischule, die Gebäudeversicherung, die Pensionskasse, die Ausgleichskasse, die IV-Stelle, die landwirtschaftliche Kreditkasse, Lustat Statistik Luzern, verschiedene Zweckverbände oder die Speicherbibliothek.

Marcel Budmiger (SP) begründete den Vorstoss damit, dass der Kanton bei den ausgelagerten Betrieben nichts zu verstecken habe. Es seien hier öffentliche Gelder im Spiel.

Einwände dagegen gab es fast keine. Verwiesen wurde auf die Entwicklung beim Bund und auf Volksabstimmungen zum Thema Lohntransparenz.

Gaudenz Zemp (FDP) sagte, die Offenlegung der Löhne sei nicht dringend, aber richtig. Wichtig sei, dass die Unternehmen bei den Löhnen unabhängig blieben.

Gegen die Offenlegung war etwa Daniel Wettstein (FDP). Er sprach von einem Transparenzwahnsinn. Die Gesellschaft sei von Vertrauen geprägt, eine Neugier bis zur letzten Kommastelle bringt nichts. (sda)