Kantonsrat
Kanton Luzern will den zunehmenden Freizeitverkehr besser koordinieren

Da sich Wanderer und Biker vermehrt in die Quere kommen, sieht die Regierung Handlungsbedarf. Sie lehnt hingegen zusätzliche Tafeln mit Verhaltensregeln auf Wanderwegen ab.

Reto Bieri
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Der Freizeitverkehr nimmt stetig zu, gerade in Zeiten von Corona. Kantonsrat Hans Lipp (Mitte, Flühli) hat deshalb den Regierungsrat in einem Postulat aufgefordert, aufzuzeigen, wie die verschiedene Freizeitnutzungen wie Wandern, Mountainbiking, Radfahren, E-Bike, Reiten, Winterwandern oder Schneeschuhlaufen in Zukunft besser aufeinander abgestimmt werden können.

Auf dem Biketrail auf der Marbachegg kommen sich Biker und Wanderer nicht in die Quere. Vielerorts ist das anders.

Auf dem Biketrail auf der Marbachegg kommen sich Biker und Wanderer nicht in die Quere. Vielerorts ist das anders.

Bild: Dominik Wunderli (Marbachegg, 15. Juni 2021)

Zudem soll die Regierung aufzeigen, mit welchen technischen Hilfsmitteln, zum Beispiel interaktive Karten und Apps, sich Interessierte informieren können. Letzteres hält die Regierung aufgrund bereits bestehender Möglichkeiten wie zum Beispiel Schweizmobil allerdings für unnötig.

Für den Bereich Wandern bestünden gesetzliche Grundlagen. Basierend darauf, kümmert sich der Verein Luzerner Wanderwege um das Luzerner Wanderwegnetz. Aktuell fehle hingegen eine analoge gesetzliche Grundlage für den Bereich Mountainbike beziehungsweise den Freizeitveloverkehr im Generellen und eine für deren Vollzug mandatierte Stelle.

Die Regierung anerkennt das Bedürfnis nach einer besseren Koordination. Zudem soll im Bereich Velo- und Mountainbikewege auf Stufe Kanton mehr Fachwissen für die Beratung zur Verfügung gestellt werden. Der Kantonsrat folgte dem Vorschlag der Regierung und erklärte das Postulat teilweise erheblich.

«Möblierung» der Landschaft vermeiden

Ebenfalls teilweise erheblich erklärte das Parlament ein Postulat von Inge Lichtsteiner. Darin fordert die Mitte-Politikerin aus Egolzwil, dass auf den Luzerner Wanderwegen statt Verbots- vermehrt Hinweistafeln mit Handlungsempfehlungen aufgestellt werden. Die Wanderer auf Verhaltensregeln aufmerksam zu machen, begrüsste die Regierung grundsätzlich. Eine zusätzliche «Möblierung» der Landschaft mit Hinweistafeln sei jedoch zu vermeiden.

Auf Zustimmung stiess zudem ein Prüfantrag von Kantonsrat Michael Kurmann (Mitte, Dagmersellen) zum Thema Biken. Der Kantonsrat hat sein Postulat erheblich erklärt. Damit ist die Regierung beauftragt, zu prüfen, wie sich der Bikesport regulieren lässt. Das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement plant unter anderem, eine Projektorganisation mit Einbezug aller relevanten Beteiligten wie Verwaltungsstellen, Gemeinden und Velo- und Mountainbikekreise.

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