Kantonsrat
Längerer Mutterschaftsurlaub für Luzernerinnen ist prüfenswert

Werdende Mütter, die beim Kanton und staatsnahen Betrieben angestellt sind, sollen einen dreiwöchigen vorgeburtlichen Urlaub erhalten. Obwohl es diese Forderung der SP im Kantonsparlament sehr schwer haben wird, sollte sie detailliert geprüft werden.

Lukas Nussbaumer
Lukas Nussbaumer
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In der Schweiz gilt seit 2005 ein Mutterschaftsurlaub von 14 Wochen. Viele Arbeitgeber kennen indes grosszügigere Lösungen, meist im Umfang von zwei zusätzlichen Wochen. Nun fordert die SP für Angestellte des Kantons Luzern und staatsnahen Betrieben wie dem Kantonsspital als grösstem Arbeitgeber in der Zentralschweiz drei Wochen zusätzlichen vorgeburtlichen Urlaub. Damit hätten Mitarbeiterinnen des Kantons Luzern 19 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub zugute.

Das Anliegen dürfte im Kantonsrat jedoch hochkant scheitern, weil es die Fraktionen von Mitte, SVP und FDP ablehnen. «Kein Handlungsbedarf», «nicht finanzierbar», «gegenüber Arbeitnehmerinnen in der Privatwirtschaft nicht gerechtfertigt», lauten die Argumente.

Das letzte Argument ist tatsächlich gewichtig. Viele Betriebe könnten unter Druck geraten, weil sie sich die Ausweitung nicht leisten können. Wer den Handlungsbedarf abstreitet, verkennt hingegen die Tatsachen. Das Gros der schwangeren Frauen arbeitet nämlich nicht bis zur Niederkunft. Ein vorgeburtlicher Urlaub würde also bloss die Realität abbilden. Und ob sich der aktuell in Überschüssen schwimmende Kanton drei zusätzliche Wochen nicht leisten könnte, müsste erst genau berechnet werden. Sicher ist: Der Kanton Luzern würde mit einer bezahlten Auszeit vor der Geburt ein attraktiverer Arbeitgeber. Deshalb sollte das Parlament den Vorstoss überweisen und die Regierung so zu detaillierten Abklärungen zwingen.