KANTONSRAT: Leistungslohn für Lehrer bleibt chancenlos

Im Kanton Luzern soll es für die Lehrerinnen und Lehrer keinen Leistungslohn geben. Ein lohnwirksames Beurteilungs­system bringe zwar grossen Mehraufwand, verbessere den Unterricht aber kaum.

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(Symbolbild Keystone)

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Mit diesem Argument nahm der Kantonsrat am Montag einhellig einen Planungsbericht des Regierungsrates ablehnend zur Kenntnis und erteilte damit der lohnwirksamen Qualifikation eine Abfuhr. Bildungsdirektor Anton Schwingruber erinnerte daran, dass die lohnwirksame Beurteilung der Lehrer ein altes Anliegen sei und der Planungsbericht vom Parlament selbst verlangt worden sei.

Heute wirkt sich bei den Lehrern (im Gegensatz zum restlichen Staatspersonal) die Leistung nur punktuell auf die Besoldung aus. Der Regierungsrat schlug deshalb vor, dass die Schulmeister alle zwei Jahre in einem Gespräch beurteilt werden und aufgrund der gezogenen Bilanz der Lohn festgelegt wird.

Leistungen kaum messbar
Alle Fraktionen erteilten der Systemänderung aber schlechte Zensuren. Nino Froelicher (Grüne) bezeichnete die Ansicht, dass Leistung messbar sei, als ideologisch. Die immateriellen Anreize seien an der Schule wichtiger als die materiellen.

Auch Josef Roos, Sprecher der SVP, sagte, dass viele Lehrer aus ideellen Gründen arbeiteten. Die lohnwirksame Qualifikation bringe zwar administrative Kosten von zwei Millionen Franken, aber keinen nachweisbaren Nutzen für den Unterricht.

Ins gleiche Horn bliesen CVP, FDP und SP. Machbar sei alles, doch stelle sich stets die Frage des Aufwandes, sagte Erna Müller (CVP). Mehr Geld für Kontrollen und Berichte bedeute weniger Geld für den Unterricht.

Dieter Hässig (FDP) wies darauf hin, dass schon heute hervorragende Leistungen honoriert werden könnten. Und Trix Dettling (SP) zeigte sich überzeugt, dass die Luzerner Schulen bereits über ein wirksames Qualitätssystem verfügten.

Ja zu Betreuungsangebote
In zweiter Lesung hiess der Kantonsrat zudem das revidierte Volksschulbildungsgesetz gut. Dieses regelt die Betreuungsangebote. Die Gemeinden müssen demnach schul- und familienergänzende Tagesstrukturen zur Verfügung stellen. Die Vorlage wurde mit 93 zu 15 Stimmen gutgeheissen.

Im Gegensatz zur ersten Lesung war der Schuleintritt kein Thema mehr. Damit gilt die von der Kommission eingebrachte Regelung, wonach Eltern den Kindergarteneintritt nach einem Gespräch mit der Schulleitung um ein Jahr zurückstellen können. Zunächst hatte sich der Rat dafür ausgesprochen, dass die Schulleitung auf ein Gesuch der Eltern hin entscheidet.

sda