KANTONSRAT: Nun steht der Berufsschul-Kompromiss

Der Luzerner Kantonsrat hat seine Debatte über die Standorte der Berufsfachschulen am Montag zu Ende geführt und dabei den letzte Woche gefundenen Kompromiss bestätigt. Damit wurde eine mehrjährige, teils verbissen geführte politische Diskussion abgeschlossen.

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Szene aus einer Kantonsratssitzung. (Archivbild Markus Forte/Neue LZ)

Szene aus einer Kantonsratssitzung. (Archivbild Markus Forte/Neue LZ)

Das Kantonsparlament nahm am Montag grossmehrheitlich (gegen die
SVP) Kenntnis vom regierungsrätlichen Planungsbericht über die Berufsfachschulplanung.

Heute gibt es zehn kantonale Berufsschulen an 14 Standorten. Dazu kommen zwei private Schulen mit einem staatlichen Leistungsauftrag. Die Berufe sind heute eher zufällig auf die einzelnen Standorte aufgeteilt.

Bündelung in Kompetenzzentren
Die rund 150 Berufe sollen deshalb zu Kompetenzzentren mit überregionaler Ausstrahlung gebündelt werden. Die Interessen der Berufsverbände und der Standorte Sursee und Willisau kamen sich aber dabei in die Quere.

Das Parlament unterstützt die Bildung von Kompetenzzentren. Allerdings sollen bei der Umsetzung die Interessen der Regionen stärker berücksichtigt werden, als von Regierung und Berufsverbänden gewünscht .

Berufsmatura auch in Willisau
Den Grundsatzenscheid zu Gunsten der Regionen hatte das Parlament letzte Woche gefällt. Am Montag doppelte es nach und sprach sich mit einer den Planungsbericht ergänzenden Bemerkung dafür aus, dass die kaufmännische Berufsmatura nicht nur in Sursee, sondern auch in Willisau angeboten werde.

Bildungsdirektor Anton Schwingruber lehnte dies ab. Er warnte den Rat davor, mit solchen Bemerkungen den Anschein zu erwecken, die Diskussion um die einzelnen Standorte könne wieder ganz von vorne beginnen.

Dass das Ringen um die Schulstandorte noch nicht von allen als beendet betrachtet wurde, zeigte ein Rückkommensantrag von Dieter Haessig (FDP) auf den Grundsatzentscheid von letzter Woche. Für die Ratsmehrheit bestand dazu aber kein Anlass.

Neubauten nötig
Keinen Erfolg hatte die FDP auch mit ihrem Antrag zu den Schulneubauten. Der Planungsbericht sieht Investitionen von 20 Millionen Franken vor. Der Grossteil fällt auf das Ausbildungszentrum für Gesundheitesberufe in Sursee.

Die FDP verlangte eine Prüfung, ob nicht andere Räumlichkeiten, etwa frei werdende Provisorien der Universität, zur Ausbildung der Gesundheitsberufe genutzt werden könnten.

Die klare Ratsmehrheit war aber überzeugt, dass es für die Gesundheitsberufe ein neues Schulzentrum brauche. Auch glaubte sie dem Regierungsrat, der erklärte, er prüfe sehr genau, ob es Neubauten brauche oder nicht.

sda