KANTONSRAT: Pensionierte sollen leichter arbeiten können

Im Kanton Luzern sollen Staatsangestellte, die nach Erreichung des Pensionsalters weiterarbeiten wollen, leichter als heute weiterbeschäftigt werden können. Der Kantonsrat hat am Montag mit 78 zu 16 Stimmen ein entsprechendes Postulat überwiesen.

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Auch die Luzerner Volksschullehrer, hier an der Pensionierten-Verabschiedung bei der St. Charles Hall im Juni in Meggen, sollen künftig nach der Pensionierung unkompliziert weiterarbeiten können. (Bild Pius Amrein)

Auch die Luzerner Volksschullehrer, hier an der Pensionierten-Verabschiedung bei der St. Charles Hall im Juni in Meggen, sollen künftig nach der Pensionierung unkompliziert weiterarbeiten können. (Bild Pius Amrein)

Den Anstoss zur Flexibilisierung gegeben hatte Kantonsrätin Angela Pfäffli (FDP, Grosswangen) mit einer Motion, die der Rat mit ihrem Einverständnis auf Antrag der Regierung zum Postulat abschwächte. Es sei nicht einzusehen, wieso ältere Arbeitswillige und -fähige mit bürokratischen Mitteln aus dem Arbeitsprozess verbannt würden, erklärte sie.

Es gehe ihr nicht darum, das Pensionsalter in Frage zu stellen oder Frühpensionierungen zu verhindern, sagte Pfäffli. Auch solle kein gesetzlicher Anspruch auf Arbeit nach der Pensionierung zementiert werden. Sie wolle nur, dass ein längerer Verbleib im Arbeitsprozess partnerschaftlich und ohne bürokratische Hürden ermöglicht werde.

Die grosse Mehrheit des Kantonsrates sowie die Regierung zeigten sich mit dem Anliegen Pfäfflis einverstanden. Ein flexibler Übergang in die Pensionierung sei ein Zeichen der Zeit, zudem könne so auch der Fachkräftemangel bekämpft werden, von dem auch der Kanton betroffen sei, etwa bei den Lehrern.

Der Regierungsrat will aber darauf beharren, dass das Rentenalter 65 beibehalten wird, weil dieses auf die Leistungen der Sozialversicherungen abgestimmt sei. Es solle aber leichter als heute möglich sein, dass Mitarbeitende nach 65 angestellt werden können, und zwar bis maximal zum vollendeten 70. Altersjahr.

Schon heute möglich

Heute sind im Einzelfall Beschäftigungen bis 68 möglich. Davon machen aber nur 2 Prozent Gebrauch. Ylfete Fanaj (SP, Luzern) beantragte deshalb, den Vorstoss abzulehnen. Es bestehe kein Bedürfnis dafür, das Arbeiten über das Pensionsalter hinaus zu erleichtern.

Paul Winiker (SVP, Kriens) lieferte eine mögliche Erklärung für diese tiefe Quote. Die Kantonsangestellten liessen sich im Durchschnitt schon mit 63 pensionieren, weil die Pensionskasse auf dieses Alter ausgerichtet sei. Die SVP wolle deshalb, dass der Sparplan der Pensionskasse, der zu Frühpensionierungen animiere, überprüft werde.

Skeptisch zeigte sich die Ratslinke. Man sage Flexibilisierung des Rentenalters und meine dessen Erhöhung, erklärte Nino Froelicher (Grüne, Kriens). Er vermutete, dass vor allem Chefbeamte weiterarbeiten würden, die sich ihr soziales Renomee erhalten wollten.

Marcel Budmiger (SP, Luzern) sagte, dass mit der Forderung von Pfäffli kein älterer Langzeitarbeitsloser eine Stelle finde und keine Mutter leichter ins Erwerbsleben zurückfinde. (sda)

Hinweis: So haben die Parlamentarier abgestimmt »