Kantonsrat
Reihentests an Luzerner Schulen weiter ohne «Hochglanz-Testkonzept»

Laut Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann funktionieren die Reihentests an den Schulen bis auf einen Bereich gut. Der Kantonsrat will darum am bestehenden Konzept festhalten.

Alexander von Däniken
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An den Reihentests in den Luzerner Schulen wollen weder Regierung noch Parlamentsmehrheit Grundsätzliches ändern.

An den Reihentests in den Luzerner Schulen wollen weder Regierung noch Parlamentsmehrheit Grundsätzliches ändern.

Eveline Beerkircher (Meggen, 30. März 2021)

Wie gut funktionieren die Reihentests an den Luzerner Schulen? Nicht gut, meint der Stadtluzerner SP-Kantonsrat David Roth. Dies zeige auch die Erfahrung von Lehrpersonen. Er forderte mit einem dringlichen Postulat vom Regierungsrat, die Konzeption und Umsetzung der Reihentests zu verbessern. Das gelte auch für das Contact-Tracing, welches positiv getestete Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen früher informieren soll. Der Kanton Luzern laufe sonst Gefahr, dass die Schulen von den freiwilligen Reihentests Abstand nehmen.

Schützenhilfe bekam Roth von der GLP und den Grünen. Gertrud Galliker (Grüne, Beromünster) sagte: «Kinder können sich noch nicht impfen lassen. Darum müssen wir alles daransetzen, dass die Reihentests besser funktionieren.» Bis die Testresultate vorliegen, dauere es zu lange, sagte auch FDP-Sprecherin Sibylle Boos-Braun (Malters). Allerdings habe die Regierung bereits Verbesserungen angekündigt. «Unter dieser Annahme lehnen wir das Postulat ab.» Dem schlossen sich Mitte und SVP an.

Bildungsdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) führte aus, weshalb der Regierungsrat das Postulat als bereits erfüllt betrachtet. Testmaterial gebe es genügend, Personal vor Ort – Vertreter der Schulverwaltungen – auch. «Selbst wenn es mehr Aufwand bedeutet.» Verbessern müsse sich der Kanton Luzern beim Ablauf nach der Abgabe der Proben. «Ich werde kein Hochglanz-Testkonzept schreiben.» Es werde täglich geschaut, was möglich ist. Eine Ausweitung der Testkapazitäten würde den Ablauf insgesamt und die Logistik stark strapazieren. Das Postulat wurde letztlich mit 69 zu 42 Stimmen abgelehnt.

Grenzen bei frühzeitiger Therapie

Der Entlebucher Kinderarzt und SVP-Kantonsrat Bernhard Steiner hat mittels dringlichen Postulates gefordert, dass die Regierung eine möglichst frühzeitige Therapie bei Patienten mit Covid-19 prüft. Konkret soll das kantonale Contact-Tracing den Hausarzt des Patienten über dessen Covid-Erkrankung informieren. Das erlaube dem Hausarzt, den Patienten frühzeitig über zielführende Therapien zu informieren. «In der Frühphase kann die Inhalation von Cortison das Risiko einer Notfallkonsultation und Hospitalisation deutlich reduzieren», so Steiner.

Beim Regierungsrat und den meisten anderen Parteien stiess Steiners Anliegen auf wenig Begeisterung. Das Contact-Tracing sei nicht befugt, die Daten weiterzugeben. Die Impfung sei das beste Mittel, um eine Hospitalisation zu verhindern, erklärte zum Beispiel die SP. Nur die Grünen und Jungen Grünen unterstützen Steiners Anliegen. Laut Gesundheitsdirektor Guido Graf (Mitte) ist es lediglich möglich, den Gang zum Arzt zu empfehlen, nicht aber eine Therapie. Das Luzerner Kantonsparlament hat das Postulat mit 104 zu 7 Stimmen teilweise erheblich erklärt.

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