KANTONSRAT: SP tauscht ihre Mitglieder am häufigsten aus

Die SP hat in dieser Legislatur einen Drittel ihrer Parlamentarier ausgewechselt. Das hat auch mit Wahltaktik zu tun.

Lukas Nussbaumer
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Blick in das Regierungsgebäude in Luzern. (Bild: Pius Amrein  / Neue LZ)

Blick in das Regierungsgebäude in Luzern. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

15 Prozent der 120 Kantonsräte, denen die Luzerner Wähler am 10. April 2011 ihr Vertrauen geschenkt haben, gehören dem Parlament heute nicht mehr an. Damit ist die Wechselquote während der Legislatur leicht tiefer als vor vier Jahren. Nicht geändert hat sich, dass die SP ihre Mitglieder im Vergleich mit den anderen Fraktionen am häufigsten ersetzt. Aktuell sind schon 31,3 Prozent der vor drei Jahren gewählten 16 SP-Kantonsräte Ex-Parlamentarier. Vor vier Jahren waren es 30,7 Prozent. Auch im Stadtparlament, dem Grossen Stadtrat, wechselt die SP-Fraktion ihre Mitglieder mit Abstand am häufigsten vorzeitig aus.

SP: «Wähler nicht verschaukelt»

SP-Präsidentin Felicitas Zopfi führt die vielen Wechsel «zumeist auf berufliche und familiäre Gründe zurück». Es stünden teils aber auch taktische Überlegungen dahinter. Das sei demokratiepolitisch nicht fragwürdig. «Die Wähler werden nicht verschaukelt, weil sie in den Kantonsrat in erster Linie Parteienvertreter und nicht Personen wählen», sagt Zopfi.

Die Fraktionschefs von CVP, SVP und FDP halten nichts von vorzeitigen taktischen Rücktritten. «Das Volk wählt seine Vertreter für vier Jahre, nicht für zwei oder drei», sagt SVP-Fraktionschef Guido Müller.