Kantonsrat
Spitalstandorte in Sursee und Wolhusen geben im Parlament zu reden

Kantonsrätinnen und Kantonsräte aus den betroffenen Regionen wünschen sich ein klareres Bekenntnis von der Regierung. Zudem soll sie den Planungsbericht Gesundheitsversorgung zügiger in Angriff nehmen.

Reto Bieri
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Im März machte die Luzerner Regierung ihre Pläne für die Standorte Wolhusen und Sursee des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) publik. Für Kantonsrätin Sara Muff (SP, Sursee) blieben dennoch diverse Fragen offen, die sie in einer Anfrage an die Regierung richtete. Es sei erfreulich, dass es mit dem Neubau in Wolhusen nun endlich vorwärtsgehen soll, schreibt Muff. Nachdenklich stimme sie jedoch der in Aussicht gestellte Leistungsabbau.

Das Spital in Wolhusen wird neu gebaut. Wie das Leistungsangebot genau aussieht, ist noch unklar.

Das Spital in Wolhusen wird neu gebaut. Wie das Leistungsangebot genau aussieht, ist noch unklar.

Bild: Pius Amrein (Wolhusen 12. April 2021)

Der Vorstoss sorgte am Dienstag in der Stadthalle Sursee für mehrere Wortmeldungen, besonders von Kantonsrätinnen und -Räte aus den betroffenen Regionen. Vieles bleibe offen, Unsicherheiten würden bestehen bleiben, sagte beispielsweise Helen Schurtenberger (FDP, Menznau). Sie bemängelte, dass der Planungsbericht Gesundheitsversorgung statt wie ursprünglich vorgesehen 2021 erst 2023 vorliegt. Diesen Punkt kritisierte auch ihr Parteikollege Maurus Zeier (Luzern). Er fügte aber an: «Die Spitäler und Fachexperten können besser beurteilen, welches medizinische Angebot künftig notwendig ist, als wir Parlamentarier.»

Luzern hat im Vergleich wenig Spitalbetten

Bernhard Steiner (SVP, Entlebuch) kritisierte, die permanente Unsicherheit habe für die Spitäler bereits erste Konsequenzen. So habe ein Chefarzt gekündigt. «Weitere Personalabgänge müssen gestoppt werden, es brauche klare Vorgaben», so Steiner weiter. Stephan Schärli (Die Mitte, Menzberg) wies darauf hin, dass Luzern einer jener Kantone mit den wenigsten Spitalbetten in der Schweiz sei. Schärli, der beruflich die Notfallstation in Wolhusen leitet, sagte weiter: «Gerne lade ich Sie ein, einen halben Tag auf dem Notfall zu arbeiten, damit Sie die Bedeutung der Notfallversorgung erkennen.»

Aussenansicht des Spitals Sursee.

Aussenansicht des Spitals Sursee.

Bild: Pius Amrein

Dass die Regierung in der Antwort schreibt, dass sie keinen Abbau beim Spital Sursee vorsieht, freute den Surseer Carlo Piani (Die Mitte). Ein paar Sätze weiter werde aber relativiert, das Leistungsangebot im Luks Sursee werde erst dann genau umschrieben, wenn das Neubauprojekt konkretisiert wird. «Was heisst das? Droht dem Standort Sursee dasselbe Ungemach wie in Wolhusen? Ich erwarte mehr Sensorium für die Bevölkerung», so Piani.

Defizit von acht bis zehn Millionen Franken

Regierungsrat Guido Graf (Die Mitte) stellte in seinem Votum klar, für die Regierung sei es selbstverständlich, dass auch auf der Landschaft die Bevölkerung eine gute Gesundheitsförderung zur Verfügung hat. Graf betonte, dass die Geburtshilfe in Wolhusen erhalten bleibt, ebenso die Notfallstation. «Der Bau eines neuen Spitals dauert aber rund zehn Jahre. In dieser Zeit entwickelt sich die Medizin weiter», sagte Graf. Wie das Angebot im Detail in fünf bis zehn Jahren aussieht, könne er heute deshalb nicht sagen.

Auch könne man nicht an allen Spitalstandorten das gleiche anbieten. «Diese Zeiten sind vorbei», sagte Graf. «Wir müssen Spitäler bauen, welche die zukünftigen Rahmenbedingungen aufnehmen, zum Beispiel die zunehmende Ambulantisierung.» Auch dürfe man die Kosten nicht gänzlich vernachlässigen. Der Betrieb des Luks Wolhusen verursache jährlich ein strukturelles Defizit von acht bis zehn Millionen Franken.

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