KANTONSRAT: SVP will weiter nach rechts

SVP und FDP als Wahlsieger sind neu so mächtig, dass sie zusammen Mehrheiten schaffen können. Die SVP will dies im Parlament nun auch sichtbar machen.

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Die SVP-Politiker, welche heute in der Mitte des Kantonsratssaals sitzen, möchten künftig ihre Plätze dort einnehmen, wo jetzt Parlamentarier der SP und der Grünen sitzen (auf unserem Bild links vom Eingang). (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Die SVP-Politiker, welche heute in der Mitte des Kantonsratssaals sitzen, möchten künftig ihre Plätze dort einnehmen, wo jetzt Parlamentarier der SP und der Grünen sitzen (auf unserem Bild links vom Eingang). (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Die Luzernerinen und Luzerner haben am 29. März das Kantonsparlament neu bestellt. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
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Bild: cv
Markus Baumann (GLP), Luzern (Bild: pd)
Michèle Bucher (Grüne), Luzern (Bild: pd)
Marcel Budmiger (SP), Luzern (Bild: pd)
Hasan Candan (SP), Luzern (Bild: pd)
Ylfete Fanaj (SP), Luzern (Bild: pd)
Markus Gehrig (CVP), Luzern (Bild: pd)
Andrea Gmür-Schönenberger (CVP), Luzern (Bild: pd)
Damian Hunkeler (FDP), Luzern (Bild: pd)
Katharina Meile (Grüne), Luzern (Bild: pd)
Andreas Moser (FDP), Luzern (Bild: pd)
Pirmin Müller (SVP), Luzern (Bild: pd)
Giorgio Pardini (SP), Luzern (Bild: pd)
Stefan Roth (CVP), Luzern (Bild: pd)
David Roth (SP), Luzern (Bild: pd)
Thomas Schärli (SVP), Luzern (Bild: pd)
Norbert Schmassmann (CVP), Luzern (Bild: pd)
Hans Stutz (Grüne), Luzern (Bild: pd)
Herbert Widmer (FDP), Luzern (Bild: pd)
Felicitas Zopfi (SP), Luzern (Bild: pd)
Daniel Wettstein (FDP), Luzern, neu. (Bild: PD)
Patrick Hauser (FDP), Adligenswil, neu. (Bild: PD)
Claudia Huser Barmettler (GLP), Luzern, neu. (Bild: PD)
Beat Züsli (SP), Luzern, neu. (Bild: PD)
Dieter Haller (SVP), Luzern, neu. (Bild: PD)
Lisa Zanolla (SVP), Luzern, neu. (Bild: PD)
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Erwin Arnold (CVP), Buchrain (Bild: pd)
Claudia Bernasconi (CVP), Greppen (Bild: pd)
Urs Brücker (GLP), Meggen (Bild: pd)
Ruedi Burkard (FDP), Horw (Bild: PD)
Räto B. Camenisch (SVP), Kriens (Bild: pd)
Johanna Dalla Bona-Koch (FDP), Kriens (Bild: PD)
Peter Fässler (SP), Kriens (Bild: PD)
Daniel Gasser (CVP), Ebikon (Bild: pd)
Franz Gisler (SVP), Greppen (Bild: pd)
Michèle Graber (GLP), Udligenswil (Bild: pd)
Gianmarco Helfenstein (CVP), Luzern (Bild: pd)
Irene Keller (FDP), Vitznau (Bild: PD)
Daniel Keller (SVP), Udligenswil (Bild: pd)
Barbara Lang-Schnarwiler (SVP), Hellbühl (Bild: pd)
Jörg Meyer (SP), Adligenswil (Bild: PD)
Guido Müller (SVP), Ebikon (Bild: pd)
Marlene Odermatt (SP), Adligenswil (Bild: PD)
Christina Reusser (Grüne), Ebikon (Bild: pd)
Heidi Scherer (FDP), Meggen (Bild: PD)
Ruedi Stöckli (SVP), Meierskappel (Bild: pd)
Michael Töngi (Grüne), Kriens (Bild: pd)
Paul Winiker (SVP), Kriens (Bild: pd)
Marcel Zimmermann (SVP), Horw (Bild: pd)
Peter Zurkirchen (CVP), Schwarzenberg (Bild: pd)
Daniel Piazza (CVP), Malters, neu. (Bild: PD)
Christine Kaufmann-Wolf (CVP), Kriens, neu. (Bild: PD)
Marlis Krummenacher (CVP), Root, neu. (Bild: PD)
Ruedi Amrein (FDP), Malters, neu (Bild: PD)
Gaudenz Zemp (FDP), Horw, neu. (Bild: PD)
Helene Meyer-Jenni (SP), Kriens, neu. (Bild: PD)
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Robi Arnold (SVP), Mehlsecken (Bild: pd)
Christian Graber (SVP), Grossdietwil (Bild: pd)
Tony Graber (SVP), Schötz (Bild: pd)
Willi Knecht (SVP), Geiss (Bild: pd)
Martin Krummenacher (SP), Willisau (Bild: pd)
Urs Kunz (CVP), Luthern (Bild: pd)
Erich Leuenberger (FDP), Nebikon (Bild: pd)
Inge Lichtsteiner (CVP), Egolzwil (Bild: pd)
Urs Marti (CVP), Zell (Bild: pd)
Hildegard Meier (FDP), Willisau (Bild: pd)
Ludwig Peyer (CVP), Willisau (Bild: pd)
Marlis Roos Willi (CVP), Geiss (Bild: pd)
Helen Schurtenberger (FDP), Menznau (Bild: PD)
Franz Wüest (CVP), Ettiswil (Bild: pd)
Thomas Grüter (CVP), Egolzwil, neu. (Bild: PD)
Philipp Bucher (FDP), Dagmersellen, neu. (Bild: PD)
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Rolf Bossart (SVP), Schenkon (Bild: PD)
Hedy Eggerschwiler (CVP), Buttisholz (Bild: pd)
Charly Freitag (FDP), Gunzwil (Bild: pd)
Priska Galliker (CVP), Knutwil-St. Erhard (Bild: pd)
Armin Hartmann (SVP), Schlierbach (Bild: PD)
Andreas Hofer (Grüne), Sursee (Bild: pd)
Yvonne Hunkeler (CVP), Grosswangen (Bild: pd)
Raphael Kottmann (CVP), Oberkirch (Bild: pd)
Pius Müller (SVP), Ruswil (Bild: PD)
Samuel Odermatt (GLP), Sursee (Bild: pd)
Angela Pfäffli-Oswald (FDP), Grosswangen (Bild: pd)
Rosy Schmid (FDP), Hildisrieden (Bild: pd)
Jost Troxler (SVP), Mauensee (Bild: PD)
Priska Wismer-Felder (CVP), Rickenbach (Bild: pd)
Yvonne Zemp Baumgartner (SP), Sursee (Bild: pd)
Gerda Jung (CVP), Hildisrieden, neu. (Bild: PD)
Roger Zurbriggen-Rüttimann (CVP), Neuenkirch, neu. (Bild: PD)
Hanspeter Bucheli-Brunner (CVP), Ruswil, neu. (Bild: PD)
Jim Wolanin (FDP), Neuenkirch, neu. (Bild: PD)
Georg Dubach (FDP), Triengen, neu. (Bild: PD)
Franz Grüter (SVP), Eich, neu. (Bild: PD)
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Rolf Born (FDP), Emmen (Bild: PD)
Franz Bucher (CVP), Baldegg (Bild: pd)

Die Luzernerinen und Luzerner haben am 29. März das Kantonsparlament neu bestellt. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Tagt das neu gewählte Luzerner Parlament am 22. Juni zum ersten Mal, befindet sich das rechtsbürgerliche Lager in einer komfortablen Situation. SVP und FDP, die am 29. März je zwei Mandate gewonnen haben, belegen 54 der 120 Kantonsratssitze (siehe Grafik). Damit kann das rechtsbürgerliche Lager bei eigenem Vollbestand und mit eiserner Fraktionsdisziplin bereits für Mehrheiten sorgen – vorausgesetzt, im gegnerischen Lager sind nicht alle Politiker anwesend, was dem Normalzustand entspricht.

Dazu kommt, dass bei der CVP durchaus einige Mitglieder in der Nähe von FDP- und SVP-Positionen politisieren. Auch nach den Rücktritten von Hans Aregger (Buttisholz) und Bruno Schmid (Flühli) oder der Abwahl von Patrick Meier (Root) gibt es in der mit 38 Angehörigen grössten Fraktion Politikerinnen und Politiker, die in Finanz- und Steuerfragen einen rechtsbürgerlichen Kurs verfolgen oder zumindest grosse Sympathien dafür aufbringen. Darunter befinden sich beispielsweise Andrea Gmür-Schönenberger (Luzern), Yvonne Hunkeler (Grosswangen) oder Inge Lichtsteiner (Egolzwil).

Bessere Position in Kommissionen

Guido Müller (Ebikon) und Rolf Born (Emmen), die Fraktionschefs von SVP und FDP, begrüssen diese Entwicklung selbstredend. «Wir können sicher gestärkt in die neue Legislatur blicken. In den letzten eineinhalb Jahren gab es viele Abstimmungen, die relativ knapp ausgegangen sind», sagt Müller. Sein Fraktionskollege Armin Hartmann (Schlierbach) sieht das ähnlich: «Es wird für uns als starke Minderheit einfacher, Mehrheiten zu erhalten. Aber wir sind noch immer auf Absenzen oder Abweichler bei der CVP angewiesen.» Positiv stimme ihn, dass man bereits in den Kommissionen eine stärkere Verhandlungsposition habe, sagt Hartmann, der Wortführer der SVP in Finanz- und Steuerfragen.

Ebenfalls mit einem guten Gefühl auf die neue Legislatur blickt FDP-Fraktionschef Rolf Born. Die Freisinnigen würden eine themenbezogene Zusammenarbeit im Einzelfall auch mit der SVP prüfen. «Obs dann im konkreten Fall klappt, wird sich aber erst noch weisen müssen», sagt Born – im Einzelfall müsse immer die Fraktion entscheiden. Ist die Fraktionsdisziplin bei der SVP nämlich seit jeher hoch, hat die FDP trotz einer Steigerung im Vergleich zur letzten Legislatur diesbezüglich noch Entwicklungspotenzial.

Seilschaft bei Liegenschaftssteuer

Wie es klappen könnte mit der Seilschaft SVP-FDP, zeigt das Beispiel der Diskussionen um die Abschaffung der Liegenschaftssteuer. Beide Fraktionen plädierten im November 2013 im Kantonsrat geschlossen dafür, die Abschaffung auf 2019 zu verschieben – und wollten so dafür sorgen, dass die Initianten vom Hauseigentümerverband ihre Initiative zurückziehen. Die Mehrheit von CVP, SP, Grünen und GLP bodigte diesen Gegenvorschlag zur Initiative jedoch. Das Stimmvolk entschied dann wiederum im Sinne von SVP und FDP und hiess die Initiative am 9. Februar 2014 mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 57 Prozent gut. Ausser in der Stadt Luzern gab es in allen Wahlkreisen ein Ja für die Abschaffung der Steuer.

So klar SVP und FDP dem rechtsbürgerlichen Lager zuzuordnen sind, so schlecht widerspiegelt sich diese Haltung heute im Kantonsratssaal: Beide Fraktionen sitzen in der Mitte beziehungsweise nehmen einen Teil der linken Hälfte (FDP) ein. Das will SVP-Fraktionschef Guido Müller in der neuen Legislatur ändern. «Wir wollen auf der rechten Seite des Saales sitzen, also dort, wo jetzt SP, Grüne und ein Teil der FDP positioniert sind», sagt Müller. Er werde in der Geschäftsleitung des Kantonsrats einen entsprechenden Antrag stellen.

Mit demselben Antrag gescheitert

Ob Müller mit seinem Anliegen bei der Geschäftsleitung des Kantonsrats, welche über die Sitzordnung bestimmt, durchdringen wird? Vor dem Beginn der jetzt auslaufenden Legislatur scheiterte der SVP-Fraktionschef mit dem exakt gleichen Antrag. Doch Müller gibt nicht auf: «Eine neue Sitzordnung macht auch deshalb Sinn, weil auf den neuen, elektronischen Anzeigetafeln auf den ersten Blick viel besser zu sehen wäre, wie abgestimmt wurde.» Müller stellt sich – von rechts nach links, aus Sicht der Regierung – folgende Reihenfolge vor: SVP, FDP, CVP, SP, Grüne. Die fünf Vertreter der GLP könnten «irgendwo sitzen, weil ihr Abstimmungsverhalten ja selten einheitlich ist», findet Müller.

Während für die Sitzordnung die Geschäftsleitung des Parlaments zuständig ist, werden die Plätze innerhalb der Fraktionen von diesen selber festgelegt.

Lukas Nussbaumer