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KANTONSRAT: «Vermisse Konsensbereitschaft»

Rolf Born (52) hat das Fraktionspräsidium der FDP nach viereinhalb Jahren abgegeben. Er sagt, was er im Kantonsrat vermisst und wie er seine Zukunft sieht.
Rolf Born: «In der Politik wird zu oft zu schnell geschossen. So nach dem Motto: Vielleicht treffe ich ja etwas.» (Bild: PD)

Rolf Born: «In der Politik wird zu oft zu schnell geschossen. So nach dem Motto: Vielleicht treffe ich ja etwas.» (Bild: PD)

Interview Lukas Nussbaumer

Rolf Born ist Gemeindepräsident von Emmen, Kantonsrat, Vorstandsmitglied des Verbands der Luzerner Gemeinden und bis vor kurzem war er auch noch Fraktionschef der FDP im Kantonsrat. Dieses Amt hat der 52-jährige Jurist und Rechtsanwalt nun an Andreas Moser aus Luzern weitergegeben. Born, der seit 2007 im Kantonsrat sitzt, gilt als besonnener, konsensorientierter Politiker. Der begeisterte Skifahrer und Fussballer ist verheiratet und Vater von zwei Kindern, die 12 und 9 Jahre alt sind.

Rolf Born, viereinhalb Jahre als Fraktionschef ist keine besonders lange Zeit. Ist Ihnen das Amt verleidet?

Rolf Born: Überhaupt nicht, ich war mit Freude Fraktionschef. Ich habe aber schon bei der Wahl in den Vorstand des Verbands der Luzerner Gemeinden im Frühjahr 2014 angekündigt, dass ich als Fraktionschef zurücktreten werde aus Vernunftsgründen.

Sie sind dafür neu Präsident der kantonsrätlichen Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK). Was reizt Sie so sehr an Führungsaufgaben?

Born: Ich betrachte es als Herausforderung, mit einem Team zusammen optimale Leistungen zu erbringen. Das Präsidium der WAK ist auf meine Fähigkeiten zugeschnitten.

Als Gemeindepräsident von Emmen und Wahlkampfleiter der kantonalen FDP haben Sie weitere Leitungspositionen inne. Wollen Sie in vier Jahren Regierungs- oder Nationalrat werden?

Born: Eine politische Karriere ist nicht planbar. Ein Mandat in Bern war bis jetzt aus familiären Gründen kein Thema. Ich will Zeit haben für meine Kinder und auch einmal ein freies Wochenende verbringen können. In vier Jahren werde ich die Lage aber neu beurteilen. Herausforderungen reizen mich, gleichzeitig habe ich Spass an meinen jetzigen Tätigkeiten.

Also kandidieren Sie im Frühjahr 2016 erneut als Gemeindepräsident?

Born: Ja. Ich möchte die vor drei Jahren als Gemeindepräsident begonnenen Aufgaben mit Freude weiterführen.

Bei der FDP sind die Lautsprecher im Vergleich zu anderen Fraktionen dünn gesät. Warum geben sich die meisten Mitte-Politiker derart zurückhaltend?

Born: Auf den Putz zu hauen, bringt gar nichts. Das ist reine Effekthascherei. Lautsprecher reden nur für die Galerie und verunmöglichen eine konsensorientierte Zusammenarbeit.

War es Ihr Verdienst, dass die FDP in der abgelaufenen Legislatur die ausgeglichenste war? Oder hat das ganz einfach mit dem Naturell ihrer Parteikollegen zu tun?

Born: Als Fraktionschef habe ich diesbezüglich schon Einfluss genommen. Aber es ist sicher auch so, dass wir zuerst überlegen und erst dann reden.

Damit sagen Sie, dass es andere Politiker umgekehrt handhaben.

Born: Das ist so. Es gibt zu viele, die ihre eigenen Meinungen zu schnell nach aussen tragen und deshalb nachher daran gebunden sind. Das erschwert Kompromisse.

Sie vermissen also die Bereitschaft zum Konsens?

Born: Ja. Diese Bereitschaft hat in den acht Jahren, in denen ich im Kantonsrat mitarbeite, abgenommen. In der Politik wird zu oft zu schnell geschossen. So nach dem Motto: Vielleicht treffe ich ja etwas.

Was erwarten Sie in Bezug auf den politischen Stil denn vom neuen Kantonsrat?

Born: Das lässt sich aufgrund der ersten, konstituierenden Sitzung noch nicht beurteilen. Sicher ist, dass die FDP ihren Stil nicht ändern wird. Was den Umgang mit politisch Andersdenkenden betrifft, tickt mein Nachfolger Andreas Moser ähnlich wie ich.

Die Kantonsratswahlen verliefen für Ihre Partei mit zwei Sitzgewinnen und einem Wähleranteil-Plus von 2,1 Prozent erfolgreich. Dennoch dürfte es nicht einfach werden, den Ständeratssitz und die beiden Nationalratsmandate zu verteidigen.

Born: Wir können die eidgenössischen Wahlen aus einer Position der Stärke angehen. Unsere Kernthemen Finanzen und Steuern, Verkehr sowie das Hinterfragen von Staatsaufgaben sind bei den Wählern offenbar gut angekommen.

Als wie wichtig erachten Sie eine Listenverbindung mit der CVP?

Born: Es stellt sich die Frage, ob man die Mitte stärken und das Abwandern des Nationalrat-Restmandats an die GLP wie das 2011 der Fall war – verhindern will. Es geht darum, unseren Kanton und unser Land weiterzubringen.

Ist eine Listenverbindung nicht aber auch ein Zeichen von Schwäche? Ein Zeichen dafür, dass man seine Mandate alleine nicht mehr halten kann?

Born: Eine Listenverbindung mit der CVP hat sicher mehr mit Wahlarithmetik als mit einer total verbindlichen Zusammenarbeit zu tun. Kommt die Verbindung zu Stande, könnten unsere guten Positionen gefestigt werden. Schliesslich haben wir die kantonalen Wahlen gewonnen, und die CVP ist nach wie vor die stärkste Luzerner Partei.

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