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Kantonsratskandidaten leisten sich in Nottwil einen Misstritt

Die beiden Kantonsratskandidaten Remo Fehlmann und Angela Lüthold-Sidler haben auf einem Flugblatt für die Kantonsratswahlen das Logo der Gemeinde verwendet. Diese ist nicht erfreut.
Matthias Stadler
Der Stern des Anstosses: das Symbol oben auf dem Flugblatt der beiden Kantonsratskandidaten. (Bild: PD)

Der Stern des Anstosses: das Symbol oben auf dem Flugblatt der beiden Kantonsratskandidaten. (Bild: PD)

Der Kampf um den Luzerner Kantonsrat geht in die entscheidende Phase. In zwei Wochen ist bekannt, wer es ins Parlament geschafft hat und wer aussen vor bleiben muss. In einem solchen Wahlkampf läuft aber selbstredend nicht immer alles sauber ab. Es gibt auch Pannen, Missverständnisse und Fehler. So geschehen etwa in Nottwil.

Auf Publikationen der Gemeinde wird normalerweise ein rotweisser Stern gedruckt, der auf einen Hintergrund mit denselben zwei Farben gelegt ist. Dies ist eine Anlehnung an das offizielle Wappen der Gemeinde, das zwei Sterne – einen roten und einen weissen – auf ebenfalls weissrotem Hintergrund zeigt. Das von der Gemeinde verwendete Logo ist nun aber von den beiden Kantonsratskandidaten Remo Fehlmann (FDP, neu) und Angela Lüthold-Sidler (SVP, bisher) gebraucht worden. Dies auf einem Flugblatt, das die Nottwiler am vergangenen Freitag in ihren Briefkästen gefunden haben. Auf der Rückseite ist ausserdem SVP-Ortsparteipräsident Pascal Räber abgebildet, allerdings ohne das Logo.

Gemeinde distanziert sich

«Gehen Sie wählen für Nottwil», heisst es auf dem Flugblatt. Die Gemeinde nahm dies nicht gerade erfreut zur Kenntnis und veröffentlichte auf ihrer Webseite eine Stellungnahme dazu: «Man könnte irrtümlich annehmen, dass die Gemeinde den Wahlflyer erstellt hat.» Dies wegen der grafischen Ähnlichkeiten zu offiziellen Verlautbarungen. Gemeindepräsident Walter Steffen (FDP) erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass es einige Anfragen von Bürgern gegeben habe, die sich erkundigt hätten, weshalb die Gemeinde offiziell Wahlempfehlungen abgebe. «Deswegen wollten wir klarstellen, dass die Gemeinde damit nichts zu tun hat. Wir geben keine Wahlempfehlungen ab und verhalten uns neutral.» Walter Steffen findet es «sehr heikel», dass das Logo verwendet wird. Wenn man das schon so mache, solle man alle neun Nottwiler Kandidaten erwähnen.

Die Kandidaten haben das Flugblatt in Absprache mit ihren Parteien in Auftrag gegeben, wie sie festhalten. Die Kritik wird offenbar verstanden. SVP-Kantonsrätin Angela Lüthold-Sidler, die seit 2017 auch Präsidentin der kantonalen SVP ist, streut sich Asche auf das Haupt:

«Heute würde ich es nicht mehr so machen, es ist sicher nicht glücklich gewählt.»

Das Ziel sei gewesen, dass mit dem Stern für Nottwiler ein Wiedererkennungseffekt erzeugt werde. «Denn wir identifizieren uns stark mit Nottwil und sind auch stolz auf unsere Gemeinde.»

FDP-Kandidat Remo Fehlmann sieht es ähnlich: «Wir haben das Flugblatt mit guten Absichten erstellt, um die Nottwiler Bevölkerung zum Wählen zu mobilisieren. Aber es ist unglücklich gelaufen und gewissen Leuten in den falschen Hals geraten.» Er könne das verstehen. Doch sei es nie seine Absicht gewesen, Leute zu verärgern.

Auf weitere Schritte wird verzichtet

Konsequenzen wird die Sache keine haben, wie der Gemeindepräsident Walter Steffen erklärt: «Ich habe mit dem FDP-Kandidaten gesprochen und ihn auf die Situation aufmerksam gemacht. Er sieht ein, dass man das mit dem Gemeindelogo so nicht hätte machen sollen. Entsprechend verzichten wir auf weitere Schritte.» Für ihn sei wichtig, dass die Bürger wissen, dass die Gemeinde keinen Kandidaten bevorzuge.

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