Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

In der Stadt Luzern buhlen zwei Parteien um eine Braut

Erneut scheitert in der Stadt Luzern eine bürgerliche Listenverbindung an der CVP. Sie sucht nun die Zusammenarbeit mit der FDP. Doch auch die SVP will nicht allein um Stimmen kämpfen.
Christian Glaus

Der bürgerliche Traum ist zumindest in der Stadt Luzern geplatzt. Für die Kantonsratswahlen am 31.März kommt im Wahlkreis Stadt Luzern keine Listenverbindung zwischen CVP, FDP und SVP zu Stande. Die Christdemokraten haben sich dagegen ausgesprochen, weil sie nicht mit der SVP zusammenarbeiten möchten (Ausgabe vom Samstag). Bereits bei den Kantonsratswahlen 2015 und den städtischen Parlamentswahlen 2016 brachten es die Christdemokraten nicht übers Herz, eine Listenverbindung mit der SVP einzugehen. Zu gross sind die Gräben. Die CVP sucht nun die Zusammenarbeit mit den Freisinnigen.

«Eine Listenverbindung ist keine Liebeserklärung.» FDP-Vizepräsident Maurus Zeier. (Bild: PD)

«Eine Listenverbindung ist keine Liebeserklärung.» FDP-Vizepräsident Maurus Zeier. (Bild: PD)

Morgen entscheidet die Parteiversammlung der FDP über ihre Strategie für die Kantonsratswahlen. Nun blieben noch drei Möglichkeiten, sagt Vizepräsident Maurus Zeier: Der Alleingang wie 2015, eine Listenverbindung mit der CVP oder mit der SVP. «Wir werden unseren Mitgliedern keine Empfehlung abgeben», so Zeier. Dennoch: Den Alleingang bezeichnet er persönlich als das unwahrscheinlichste Szenario. «Listenverbindungen bringen etwas. Es gehen weniger Stimmen verloren.»

Zeier bedauert, dass sich die CVP wieder gegen eine bürgerliche Zusammenarbeit ausspricht. Zwar gebe es auch in seiner Partei Mitglieder, die eine Listenverbindung mit der SVP kritisch sehen. Aber: «Eine Listenverbindung ist keine Liebeserklärung.»

«Es ist enorm wichtig, dass die Bürgerlichen ihre Kräfte bündeln.» SVP-Präsident Dieter Haller. (Bild: Corinne Glanzmann)

«Es ist enorm wichtig, dass die Bürgerlichen ihre Kräfte bündeln.» SVP-Präsident Dieter Haller. (Bild: Corinne Glanzmann)

Eine bürgerliche Listenverbindung hatte sich auch Dieter Haller, Präsident der städtischen SVP gewünscht. Von der Absage der CVP ist er enttäuscht. Nun will die SVP mit der FDP zusammenspannen. Für Haller sind die Kantonsratswahlen vor allem eines: ein Testlauf für die städtischen Parlamentswahlen 2020. Bekanntlich sind die Linken dort knapp in der Überzahl. «Deshalb ist es enorm wichtig, dass die bürgerlichen Parteien ihre Kräfte bündeln.»

«Ich bin überzeugt, dass wir wieder einen Sitz dazu gewinnen werden.» CVP-Präsidentin Andrea Gmür. (Bild: Keystone)

«Ich bin überzeugt, dass wir wieder einen Sitz dazu gewinnen werden.» CVP-Präsidentin Andrea Gmür. (Bild: Keystone)

Auch die städtische CVP-Präsidentin und Nationalrätin Andrea Gmür hatte sich für eine bürgerliche Listenverbindung eingesetzt – aus mathematischen Überlegungen. Sie wurde aber mit 55 zu 20 Stimmen überstimmt. «Gewisse Mitglieder haben enorm Mühe, mit der SVP zusammenzuarbeiten. Andere sehen die Chancen, die eine Listenverbindung bringt», sagt Gmür. Tatsächlich: Wäre die CVP für die Wahlen 2016 eine Listenverbindung mit den bürgerlichen Parteien eingegangen, hätte sie nur einen statt zwei Sitze verloren. Doch eine Zusammenarbeit mit der SVP könne auch Wähler abschrecken, sagt Gmür. Sie sucht nun erneut das Gespräch mit der FDP.

Die CVP-Präsidentin glaubt fest daran, dass es für ihre Partei wieder aufwärts geht. «Wir haben eine volle Kandidatenliste mit erfahrenen und vielen neuen Köpfen, auch unsere Jungpartei tritt dieses Mal mit einer eigenen Liste an. Ich bin überzeugt, dass wir wieder einen Sitz dazu gewinnen werden.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.