Kantonsspital beschneidet weiter wie bisher

Das Kinderspital in Zürich führt ab sofort keine religiösen Beschneidungen mehr durch. Am Luzerner Kantonsspital hält man diese Reaktion für übertrieben – und warnt.

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Das Luzerner Kantonsspital mit dem Pilatus im Hintergrund. (Bild: PD)

Das Luzerner Kantonsspital mit dem Pilatus im Hintergrund. (Bild: PD)

Das Zürcher Kinderspital führt bis auf weiteres keine religiös begründeten Beschneidungen mehr durch. In Luzern hingegen hält man nichts von einem plötzlichen Moratorium, denn die Bedenken seien nicht neu: «Jeder Kinderchirurg, der verantwortungsvoll handelt, hat sich die Frage nach der medizinisch nicht indizierten Beschneidung schon gestellt», sagt Marcus Schwöbel, Chefarzt Kinderchirurgie am Luzerner Kantonsspital, auf Anfrage. «Wir sind bisher dem Wunsch der Eltern gefolgt, weil das Wohl des Kindes es gebietet, den Eingriff unter optimalen Bedingungen in Allgemeinnarkose schmerzfrei und komplikationslos durchzuführen.»

Damit warnt Schwöbel davor, dass Beschneidungen sonst im Verborgenen von nicht fachkundigen Leuten durchgeführt werden. Dabei sind die Infektionsgefahren grösser. Das Kantonsspital stützt seinen Entscheid auf einen Beschluss des Vorstands der Schweizerischen Gesellschaft für Kinderchirurgie. Dieser hat Ende Juni nach dem Kölner Urteil beschlossen, vorläufig keine Empfehlung abzugeben und Entscheide den Spitälern zu überlassen.

Thomas Oswald

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