KANTONSSPITAL: Luzerner Roboter-Know-How ist gefragt

Am Luzerner Kantonsspital wurde vor kurzem die neuste Generation des Operations-Roboters «Da Vinci» in Betrieb genommen. Von dem Gerät verspricht man sich einen Vorteil im Kampf gegen Prostata-Krebs. Das neue Modell macht aber auch andere Einsätze möglich.

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Der Blick des Chirurgen während einer Operation. (Bild: PD)

Der Blick des Chirurgen während einer Operation. (Bild: PD)

«Da Vinci» ist ein vierarmiger Operationsroboter, der in älteren Versionen bereits seit 2008 am Kantonsspital in Betrieb ist. Der neue Roboter ermögliche noch komplexere Eingriffe in feinsten Organ- und Gewebestrukturen, teilt das Kantonsspital Luzern am Mittwoch mit. Mit dem älteren Modell hätten vorrangig die Chirurgen der Urologie bei Prostata-Krebspatienten operiert.

Mit dem neuen Modell würden erstmals auch Patienten der Klinik für Viszeral- und Gynäkologie operiert. Der Vorteil des neuen Roboters liege etwa darin, dass es durch die längeren Instrumente auch möglich sei, besonders feste und korpulente Patienten zu operieren.

Neuer Chefarzt Urologie

Die Anschaffung des neuen Gerätes geht einher mit der Wahl eines neuen Chefarztes der Urologie: Der Spitalrat wählt Dr. med. Agostino Mattei, der bis anhin Leiter der Roboter Chirurgie war, zum neuen Leiter der Abteilung.

Agostino Mattei ist bereits seit 2006 am Kantonsspital Luzern tätig und bringe eine langjährige Erfahrung in der roboter-assistierten, lapraskopischen und onkologischen Chirurgie mit, heisst es seitens des Kantonsspitals. «Seit der Einführung dieser modernen Technik haben wir wesentlich daran mitgearbeitet, die Roboterchirurgie weiterzuentwickeln und zu optimieren.

Mit unseren heutigen verfügbaren Systemen nehmen wir die führende Rolle in der Zentralschweiz weiterhin wahr. Dies ermöglicht unseren Patientinnen und Patienten spezifische Beratungen, eine individuelle Therapie und optimale Resultate», sagt Agostino Mattei.

pd/uus

«Da Vinci»-Robotereinsätze am Kantonsspital

pd/uus. Bei der Da-Vinci-Technologie überträgt ein Operationsroboter die Handbewegung des Operateurs auf Instrumente, die durch kleine Schnitte im Bauch des Patienten platziert worden sind (Schlüsselloch-Chirurgie). Der Operateur kontrolliert die Bewegungen der Instrumente über eine hochauflösende dreidimensionale HD-Videodarstellung mit bis zu 10-facher Vergrösserung, was zu sicheren Operationsresultaten bei hoher Präzision führe.

«Wir haben weit über 500 Eingriffe bei Patienten durchgeführt und operieren seit Jahren mit dem gleichen und etablierten OP-Team. Unser Know How wird über die Kantonsgrenze hinweg von Kolleginnen und Kollegen anderer Spitäler angefragt», sagt Agostino Mattei, Chefarzt Urologie am Kantonsspital Luzern. So habe der Spezialist die Einführung dieser Technologie auch in anderen Spitälern, etwa am. Kantonsspital St. Gallen und am Centre hospitalier universitaire vaudois begleitet.

Vereint mit der grossen Erfahrung der Operateure werde dank «Da Vinci» eine onkologische Heilung mit sehr guten Resultaten erzielt. Dies insbesondere im Hinblick auf die Kontinenz und Potenz bei Prostatakrebs. Weniger Schmerzen und eine schnellere Wundheilung tragen zu einer Verkürzung des Spitalaufenthaltes bei.

Der zukünftige Chefarzt Urologie Agostino Mattei, hier bei der Arbeit, ist ein Experte der Roboterchirurgie. (Bild: PD)

Der zukünftige Chefarzt Urologie Agostino Mattei, hier bei der Arbeit, ist ein Experte der Roboterchirurgie. (Bild: PD)