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KAPELLBRÜCKE: 20 Jahre nach dem Brand – Streit um die Bilder

Vor 20 Jahren – in der Nacht auf den 18. August 1993 – ist in Luzern die Kapellbrücke abgebrannt. Innert eines Jahres wurde das Wahrzeichen wieder aufgebaut. Gestritten wird noch immer darüber, ob und wie die verkohlten dreieckigen Bildtafeln im Giebel ersetzt werden.
Yvonne Ruckli, Präsidentin der Jungfreisinnigen, übergibt Stadtschreiber Toni Göpfert die Unterschriften für den Erhalt der Kapellbrücke-Giebelbilder-Kopien. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Yvonne Ruckli, Präsidentin der Jungfreisinnigen, übergibt Stadtschreiber Toni Göpfert die Unterschriften für den Erhalt der Kapellbrücke-Giebelbilder-Kopien. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Die Diskussion neu lanciert haben die Stadtparteien SVP, FDP und Jungfreisinnige. Sie sammeln bis zum 28. August 2013 Unterschriften für die Volksinitiative «Die Bilder gehören auf die Kapellbrücke». Die Parteien wollen die Lücken im Bilderzyklus, die durch den Brand entstanden, mit bereits vorhandenen Kopien schliessen.

Die Kopien liess der Luzerner Anwalt Jost Schumacher auf eigene Initiative hin für zwei Millionen Franken erstellen. 2008 präsentierte er 146 Bildkopien (darunter auch jene der frühere Hofbrücke) der Öffentlichkeit.

Lücken sollen bleiben

Der Luzerner Stadtrat weigert sich jedoch, diese Kopien am Denkmal von nationaler Bedeutung aufzuhängen. Sie würden den Qualitätsmassstäben der Denkmalpflege nicht genügen, bekräftigte die Stadtregierung am Dienstag in einer Mitteilung. 2010 sprach sich das Stadtparlament ebenfalls gegen den Aushang aus.

Die Stadtregierung will vorerst am Konzept von 2002 festhalten und den lückenhaften Bilderzyklus mit Originalbildern aus dem 17. Jahrhundert auf der Brücke belassen. Die Lücken wiesen auf den kulturhistorischen Verlust hin, heisst es in der Mitteilung weiter.

Man sei offen, über die Schliessung der Bilderlücken mit allfälligen Kopien von Dritten zu diskutieren. Diese müssten jedoch handwerklich und künstlerisch die Anforderungen erfüllen. Die Regierung werde dabei selber sicher keine Kopien erstellen lassen, sagte Stadtpräsident Stefan Roth gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Zu farbige Kopien

Schon früher bemängelten die Stadtregierung und die eidgenössische sowie die kantonale Denkmalpflege die künstlerische und technische Qualität der Kopien. Viel zu farbig, ist etwa ein Vorwurf. Der ehemalige Baudirektor der Stadt sprach in dem Zusammenhang auch von «Theaterkulissenmalerei».

Die neu erstellten Bilder würden von Geschichten der Stadt und der Schweiz erzählen, teilten die Initianten im Initiativtext mit. Sie teilen die denkmalpflegerischen Bedenken nicht. Als die Originalbildtafeln im 17. Jahrhundert in den Giebel der damals einhundertjährigen Brücke geschraubt worden seien, sei dies auch nicht aus kulturhistorischen Gründen geschehen, heisst es weiter.

Die Initiative verlangt eine Änderung der Gemeindeordnung, wonach künftig das Parlament und nicht mehr die Stadtregierung für die Hängeordnung der Bildtafeln auf der Brücke zuständig sein soll. Die Änderung soll gemäss den Initianten auch möglich machen, dass dereinst das Volk mittels einer weiteren Initiative darüber abstimmen könnte, ob die Kopien aufgehängt werden sollen.

(sda)

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