KAPELLBRÜCKE: Falsche Infotafel hing zwei Monate unbemerkt

Ein Künstler hat an der Kapellbrücke ein Schild montiert – mit einem Zigarettenstummel, der zum Brand geführt haben soll.

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Albert Kreihenbühl entfernt eine der illegal angebrachten Tafeln von der Kappelbrücke. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Albert Kreihenbühl entfernt eine der illegal angebrachten Tafeln von der Kappelbrücke. (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Das Schild sieht irgendwie offiziell aus: An einem schwarzen Brett ist eine Plexiglasbox mit einem abgebrannten Zigarettenstummel angebracht. Daneben steht geschrieben: «Dies ist der Rest der Zigarette, die den schlimmen Brand der Kapellbrücke 1993 verursachte.»

Zu sehen war dieses «historische Artefakt», wie der Hersteller die Tafel bezeichnet, an der Kapellbrücke beim Luzerner Theater.

Weg mit dem Schild
Am Freitag nun hat ein Mitarbeiter des Tiefbauamts das Schild auf Anordnung der Gewerbepolizei wieder entfernt. Grund: Für das Anbringen von Schildern oder Plakaten auf öffentlichem Grund braucht es eine Bewilligung. Diese wurde jedoch für die Zigarette nie erteilt. Natürlich nicht, denn der Künstler hat auch kein Gesuch eingereicht.

«Ich hätte wohl damit nie eine Chance gehabt», sagt der 28-Jährige, der anonym bleiben will. Was aber war der Zweck dieser Aktion? «In Luzern geht es darum, das Bild der Touristenstadt zu bewahren, zu konservieren. Mir ging es darum, dies auf eine amüsante Art zu unterstreichen», sagt er. «Der Tourist wird durch die von Attraktionen vollgestopfte Stadt geführt und kümmert sich nicht darum, was er vorgesetzt bekommt. Dieses Bild entspricht aber nicht der Wirklichkeit. Die Bewohner kennen eine andere. Luzern ist in gewisser Weise eine Mogelpackung, ich habe nur noch einen drauf gesetzt.»

Roger Rüegger und Michael Graber

Die abgenommene Tafel im Detail: