KAPELLBRÜCKE: Hängeordnung der Bilder auf dem Prüfstand

Das Stadtluzerner Stimmvolk entscheidet am 30. November über die Volksinitiative «Die Bilder gehören auf die Kapellbrücke». Sie fordert, dass nicht mehr die Stadtregierung, sondern das Parlament bestimmt, welche Bilder auf den Luzerner Holzbrücken aufgehängt werden.

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Acht der umstrittenen Bilderkopien wurden im Oktober auf der Kapellbrücke testweise aufgehängt. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Acht der umstrittenen Bilderkopien wurden im Oktober auf der Kapellbrücke testweise aufgehängt. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ziel der Initianten rund um die Stadtluzerner Jungfreisinnigen ist es, dass die 146 Kopien, die der Luzerner Anwalt und Kunstliebhaber Jost Schumacher für rund zwei Millionen Franken anfertigen liess, aufgehängt werden. Die Replika aus Öl und Tempera sollen die Lücken auf der Kapellbrücke schliessen, die seit dem Brand 1993 in den Bilderzyklen klaffen.

Die Initiative will mit einer Änderung der Gemeindeordnung die Voraussetzungen dafür schaffen. Es wäre dann möglich, die geltende Hängeordnung von 2002 auf der Kapell- und der Spreuerbrücke mittels Initiativen zu ändern. Weiter könnten gegen Beschlüsse des Parlaments in der Sache das Referendum ergriffen werden.

Die Stadtregierung will die Kopien nicht auf der Brücke haben, weil sie künstlerisch und technisch nicht gut genug seien, um ein national geschütztes Denkmal zu schmücken. Die Initianten sehen einen touristischen Mehrwert und wollen mehr Mitsprache durch das Volk in der denkmalpflegerischen Angelegenheit. Das Stadtparlament lehnte die Initiative deutlich gegen die Stimmen der SVP und eine Minderheit der FDP ab.

Millionen-Beitrag an Sanierung der Gütschbahn

Daneben befindet das Stadtluzerner Stimmvolk über einen Kredit von 1,73 Millionen Franken für die Sanierung der 2008 stillgelegten Schrägbahn zum Hotel Gütsch. Die Stadt soll neben der Gütsch-Besitzerin um den russischen Milliardären Alexander Lebedev die Hälfte der gesamten Kosten von 3,11 Millionen Franken übernehmen.

FDP und CVP der Stadt Luzern ergriffen das Referendum gegen den Beitrag der öffentlichen Hand. Die Parteien halten es für unnötig, für eine Wiederinbetriebnahme der Bahn dem russischen Milliardären finanziell unter die Arme zu greifen. Das Stadtparlament hatte sich mit 29 gegen 16 Stimmen für die Investition ausgesprochen.

Grundstückverkauf in Nachbargemeinde

Dritte Vorlage in der Stadt Luzern ist der Verkauf eines Grundstücks im Gebiet Mattenhof in der Nachbargemeinde Kriens an das Immobilienunternehmen Mobimo für 3,3 Millionen Franken. Dieses will dort und auf zwei Nachbargrundstücken eine Überbauung mit Hotel, Geschäften, Restaurants, Büros und Wohnungen realisieren.

Ein Komitee aus Grünen und Jungen Grünen ergriff gegen den Verkaufsentscheid des Stadtparlaments aus finanziellen, entwicklungs- und verkehrspolitischen Gründen das Referendum. Das Parlament hatte dem Verkauf des städtischen Grundstücks mit 34 gegen 11 Stimmen zugestimmt.

sda