KAPELLBRÜCKE: Luzerner Stadtrat stellt «Bilder-Frage» neu

Die Hängeordnung von 2002 bestimmt, welche Bilder auf der Kapellbrücke hängen dürfen. Nun soll sie überarbeitet werden. Viel Spielraum gibt es nicht.

Drucken
Teilen
Die Luzerner Kapellbrücke mit Wasserturm. (Bild: Jakob Ineichen (6. Juli 2017, Luzern))

Die Luzerner Kapellbrücke mit Wasserturm. (Bild: Jakob Ineichen (6. Juli 2017, Luzern))

Welche Bilder sollen auf den beiden historischen Holzbrücken Luzerns aufgehängt werden? Kaum eine Frage hat in den letzten Jahren derart polarisiert. Nach dem Brand der Kapellbrücke 1993 ging es darum zu definieren, wie mit den verbliebenen Brückenbildern umgegangen werden soll. Auf der wieder aufgebauten Brücke wurden zunächst Kopien der beschädigten Bilder aufgehängt, bis der Stadtrat 2002 die Hängeordnung erliess, die bis heute gültig ist. Dort steht, dass auf der Kapellbrücke – genau wie auf der Spreuerbrücke – ausschliesslich Originalbilder hängen dürfen. Dort, wo es keine Originale mehr gibt, bleiben die Brücken-Joche einfach leer.

Versuche, diese Hängeordnung zu ändern, scheiterten bisher. Dazu gehörte auch eine abgelehnte Initiative der Jungfreisinnigen. Doch jetzt kommt doch Bewegung in die Sache. Der Stadtrat selber will nun eine neue Hängeordnung ausarbeiten. Das schreibt er in seiner Antwort auf das Postulat «Aufwertung von Kapellbrücke und Wasserturm» von CVP, SP und GLP. Die Revision der Hängeordnung soll Teil eines Gesamtkonzepts sein, bei dem der Stadtrat die «Bilder-Frage» umfassend klären will. Kommen damit auch allfällige Bild-Kopien wieder ins Spiel? Das glaubt die Stadtluzerner Baudirektorin Manuela Jost eher nicht. Zu klar seien die Vorgaben des Denkmalschutzes von Kanton und Bund: Auf die Brücken gehören Originale, keine Kopien.

Bilder sollen besser zugänglich werden

 «Die Erarbeitung eines Brückenbilder-Konzepts wird denn auch mehrere Jahre in Anspruch nehmen und enge Verhandlungen mit den Denkmalbehörden erfordern», sagt Manuela Jost. Es gehe dabei weniger darum, den alten «Originale-Kopien-Streit» wieder aufzurollen, sondern Wege zu suchen, wie die alten Brückenbilder generell besser für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. Dabei geht es nicht allein um die Kapellbrücke, sondern auch um all diejenigen Brückenbilder, die heute in Archiven eingelagert sind – etwa der Bilderzyklus der im 19. Jahrhundert abgebrochenen Hof-Brücke. So ist etwa eine App vorgesehen, welche den Passanten zusätzliche Informationen zu den Bildern vermittelt.

Allerdings existiert bereits ein E-Book über die Kapellbrücken-Bilder («Giebelbilder der Kapellbrücke Luzern»), welches von den Emmer Lehrern Heinz Schürmann und Klemens Vogel lanciert wurde. Wieso übernimmt die Stadt nicht einfach dieses Angebot? Den Hauptgrund sieht Manuela Jost darin, dass sich das bestehende E-Book auf die Bildkopien von Jost Schumacher stützt. Für die städtische App kommt hingegen nur die Abbildung der Originalbilder in Frage, wie Manuela Jost sagt.

Auch die Beleuchtung der Kapellbrücke soll nächstens verbessert werden, wie der Stadtrat in seiner Antwort zum Postulat weiter schreibt. Allerdings will er keine spektakuläre Inszenierung, wie dies das gescheiterte Beleuchtungsprojekt Partikel Plan vorgesehen hätte. Vielmehr solle eine «Optimierung der Beleuchtungssituation des Brückeninnenraums geprüft werden».

Stadt erhält Millionenbetrag geschenkt

Finanziert werden sollen diese Massnahmen dank eines Legats, das die Stadt im letzten Jahr für die Attraktivierung der Holzbrücken erhalten hat. Wie hoch die Schenkung war, sagt der Stadtrat nicht. Manuela Jost spricht aber von einem tiefen einstelligen Millionenbetrag.

Für CVP-Grossstadtrat Albert Schwarzenbach, der das eingangs erwähnte Postulat eingereicht hat, sind die vom Stadtrat formulierten Massnahmen nicht genug. Insbesondere fordert er in Sachen Beleuchtung mehr als eine blosse «Optimierung». Es brauche für die Kapellbrücke ein umfassendes Beleuchtungskonzept, so Schwarzenbach: «Da muss jetzt endlich etwas geschehen.»

Robert Knobel

robert.knobel@luzernerzeitung.ch

Die Spreuerbrücke in Luzern. (Bild: Pius Amrein (28. Juli 2014, Luzern))

Die Spreuerbrücke in Luzern. (Bild: Pius Amrein (28. Juli 2014, Luzern))