KAPELLBRÜCKE: Politiker gegen «peinliche» Bilder

Das Stadtparlament will keine Bildkopien auf der Kapellbrücke. Nun wird das Volk vermutlich gleich mehrere Machtworte sprechen müssen.

Robert Knobel
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Werden von ihrer Mutterpartei allein gelassen: Maurus Zeier (links) und Fabian Reinhard von den Jungfreisinnigen, welche auf der Kapellbrücke auch Bildkopien aufhängen wollen. (Bild Manuela Jans)

Werden von ihrer Mutterpartei allein gelassen: Maurus Zeier (links) und Fabian Reinhard von den Jungfreisinnigen, welche auf der Kapellbrücke auch Bildkopien aufhängen wollen. (Bild Manuela Jans)

«Völlig verunglückt.» So lautet das Urteil von SP-Fraktionschef Nico van der Heiden über die Bildkopien, die Unternehmer Jost Schumacher anfertigen liess. Eine Initiative, die von den Jungfreisinnigen lanciert und von SVP und FDP unterstützt wurde, will erreichen, dass diese Bilder auf der Kapellbrücke aufgehängt werden. Dazu soll die Kompetenz für die Bilder-Hängordnung vom Stadtrat zum Parlament verschoben werden. Das Aufhänger der Bilder hätte so grössere Chancen, hoffen die Initianten.

Das Parlament empfiehlt die Initative mit 38 zu 8 Stimmen zur Ablehnung – auch die Grossstadträte der FDP, deren Logo immerhin auf den Unterschriftenbögen zu sehen war, lehnten die Initiative mehrheitlich ab. Rieska Dommann (FDP) liess kein gutes Haar an der Idee, auf der Kapellbrücke Bildkopien aufzuhängen. «Auch kommende Generationen haben das Recht, Geschichte unverfälscht zu erfahren und sich nicht mit Kopien begnügen zu müssen.»