KAPELLPLATZ: Wer übernimmt dereinst das Zurgilgenhaus?

Hunderte Jahre war ein denkmalgeschütztes Haus in Familienbesitz. Dies wird sich wohl ändern, weil Erben fehlen. Die Zukunft ist ungewiss.

Guy Studer
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Das Zurgilgenhaus am Schwanenplatz. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Das Zurgilgenhaus am Schwanenplatz. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Es ist eines der Luzerner Wahrzeichen. Das Zurgilgenhaus an bester Lage neben der Kapellbrücke. Mit seinem markanten Turm ist es kaum aus dem Stadtbild wegzudenken und dürfte unzählige Touristenfotos zieren. Bis heute ist es im Besitz der Patrizierfamilie zur Gilgen. Dafür sorgt der sogenannte Fideikommiss zur Gilgen. Diese über 300 Jahre alte Regelung durchbricht die übliche gesetzliche Erbfolge, indem sie bestimmt, dass das Vermögen an den erstgeborenen Nachkommen übergeht.

Keine Nachkommen

Nun aber soll das Fideikommiss zur Gilgen aufgehoben werden. Dies hat der im Haus wohnende Besitzer – der sogenannte Fideikommissar – Ende Februar beantragt. Und zwar, weil er keine Nachkommen hat und die alte Regelung somit gar nicht umgesetzt werden kann. Entscheiden wird der Kantonsrat, und es ist davon auszugehen, dass das Parlament dem Wunsch des Besitzers nachkommt.

Damit ist die mittelfristige Zukunft des Hauses unklar. Gegenüber unserer Zeitung will der Besitzer keine Stellung nehmen. Bekannt ist, dass der Besitzer eine Erbfolgeregelung getroffen hat mit dem Zweck, den Erhalt des Familiensitzes zu sichern.

Ob die Stadt dereinst das Haus übernehmen könnte, will Friederike Pfromm, Chefin Immobilien, nicht beantworten, da ein Besitzerwechsel derzeit nicht anstehe. Zur Bedeutung des Hauses aus dem frühen 16. Jahrhundert sagt sie: «Das Haus ist eines der erstrangigen Baudenkmäler und ein Wahrzeichen der Stadt.»

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