KASTANIENBAUM: «Die Mauer soll nun 100 Jahre halten»

Die Ufermauer bei der Parkanlage der Villa Krämerstein musste saniert werden. Dazu war eine Spezialbewilligung der Stadt nötig.

Dominik Weingartner
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Freuen sich über die neue Ufermauer: die Horwer Gemeinderätin Manuela Bernasconi; Erhard Zürcher, Geschäftsführer der Baufirma Kibag, und Gianni Paravicini von der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Freuen sich über die neue Ufermauer: die Horwer Gemeinderätin Manuela Bernasconi; Erhard Zürcher, Geschäftsführer der Baufirma Kibag, und Gianni Paravicini von der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Nach gut 100 Jahren musste die Ufermauer bei der Villa Krämerstein saniert werden. Die alte Mauer war in die Jahre gekommen und drohte gar zu kippen, was auch Gefahren für die Badenden barg. Die Parkanlage der Villa Krämerstein ist ein beliebter Erholungsraum und Badeplatz für Menschen aus der Region Luzern. Die Gemeinde Horw hat daher beschlossen, die anspruchsvolle Sanierung in die Hand zu nehmen. Anspruchsvoll deshalb, weil neben dem Naturschutz, der bei Bauten am Wasser immer stark berücksichtigt werden muss, auch die denkmalgeschützte Parkanlage beachtet werden musste. «Es war aufgrund des Denkmalschutzes nicht möglich, eine simple Betonmauer hinzustellen», erklärte Michael Mahrer, Projektleiter Tiefbau bei der Gemeinde Horw. «Stattdessen wurde eine strukturreiche Mauer gebaut, die sowohl denkmalschützerischen als auch ökologischen Aspekten gerecht wird und sich ästhetisch ins Gesamtbild der Parkanlage einfügt», sagte Mahrer.

Spezialbewilligung notwendig

Der Kanton Luzern musste für die Sanierung eine Spezialbewilligung erteilen. «Eigentlich stehen bei Bauten am Ufer Renaturierungen im Vordergrund», erläuterte Gian Paravicini von der Dienststelle Verkehr und Infrastruktur beim Kanton. Er fügte aber hinzu: «In diesem Fall war die Sanierung und Erhaltung der Mauer die einzig richtige Lösung.»

Die Bauarbeiten dauerten von Mitte März bis Mitte Juni. Um die Parkanlage während der Sanierung der Ufermauer nicht zu stark durch Werkverkehr zu strapazieren, wurden die Bauarbeiten von der Seeseite her durchgeführt. Zu diesem Zweck wurden die Baumaterialien über drei Pontons (Schwimmbrücken) mit einer Gesamtfläche von 550 Quadratmetern aus Stansstad zur Baustelle geführt. Die Baufirma Kibag, welche diese Arbeiten durchgeführt hat, ist auf Arbeiten am Wasser spezialisiert. Deren Geschäftsführer Erhard Zürcher war ebenfalls bei der gestrigen Eröffnung zugegen. Die Kibag hat schon mehrere solche Projekte durchgeführt. Zürcher sagte aber: «Aufgrund der denkmalgeschützten Anlage ist dies ein besonders anspruchsvolles Unterfangen gewesen.» Für die 75 Meter lange Mauer wurden 200 Kubikmeter Beton verbaut.

Seit 1982 in Horwer Besitz

Die Gemeinde Horw, in deren Besitz sich die Villa Krämerstein seit 1982 befindet, hat sich die Sanierung 400 000 Franken kosten lassen. Als Vertreterin der Gemeinde übergab Gemeinderätin Manuela Bernasconi (CVP) den Seezugang gestern wieder der Öffentlichkeit. Die Vorsteherin des Baudepartements hoffte in ihrer Ansprache, dass «die Mauer nun mindestens weitere 100 Jahre halten soll». In absehbarer Zeit seien keine weiteren Arbeiten an der Anlage geplant.

In der Villa Krämerstein war früher das Medienausbildungszentrum (MAZ) untergebracht. Seit 2006 ist ein Teil der International School of Zug and Lucerne in der Villa. Das «Haus am See», das früher das Bedienstetenhaus der Villa war, gehört der Stiftung Haus am See, die das Gebäude zu günstigen Konditionen an Kulturschaffende und Wissenschaftler als Rückzugsort und Inspirationsquelle vermietet.