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Schöner Strom sparen in Luzern: Dieses Haus hat es in sich

Trotz anfänglicher Bedenken der Denkmalpflege hat sich Beat Keller durchgesetzt. Es gelang ihm, den Energiebedarf seines Hauses um 75 Prozent zu senken – dafür wurde er ausgezeichnet.
Thomas Heer
Vorbildlich: Beat und Brigitte Keller vor ihrem Haus, das nach einer umfassenden Sanierung nun extrem energieeffizient ist. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 23. Oktober 2018)

Vorbildlich: Beat und Brigitte Keller vor ihrem Haus, das nach einer umfassenden Sanierung nun extrem energieeffizient ist. (Bild: Nadia Schärli, Luzern, 23. Oktober 2018)

Nachdem Mitte Oktober die Grünen bei den bayrischen Landtagswahlen zur zweitstärksten Fraktion aufstiegen und vor allem in München stark zulegten, war in den Medien auch zu vernehmen: Grüne Politik müsse der Einzelne sich zuallererst auch leisten können. In dieser Aussage steckt ein Kern Wahrheit. Denn der Weg weg von der konventionellen, althergebrachten Energiever­sorgung ist auch in der Schweiz nicht zum Nulltarif zu haben. Mehr Nachhaltigkeit können sich daher auch hierzulande längst noch nicht alle leisten.

Dass es für die Energiewende aber nicht nur Geld braucht, sondern auch eine grosse Portion Willen, Enthusiasmus, fachliche Kompetenz und Engagement, zeigt das Beispiel des promovierten Geologen Beat Keller und seiner Familie. Die Kellers schafften das, wovon viele träumen. Es gelang ihnen, den Gesamtenergiebedarf ihres im Mai bezogenen Einfamilienhauses von jährlich 81 000 auf 20 510 Kilowattstunden zu senken. Dafür erhielten die Luzerner von der Solar-Agentur Schweiz das Solarpreis-Diplom in der Kategorie B. Das heisst, in jener Klasse, in der ältere, sanierte Gebäude ausgezeichnet werden. Insgesamt vergab die Agentur in diesem Segment 2018 nur vier Preise.

Schützenswertes Haus birgt Herausforderung

Beat Keller sagt: «Hinter dem ganzen Projekt steckt viel Idealismus. Das Ganze betrachte ich auch als mein Hobby.» Das Gebäude wurde 1964 von Beat Kellers Schwiegereltern, dem Architektenehepaar Adolf und Lis Ammann-Stebler, gebaut. Das Haus, das aufgrund seiner Bauweise dem Betrachter noch heute modern und zeitgemäss rüber- kommt, gilt als typische Vertreterin der sogenannten Béton-Brut-Architektur. Diesem Umstand ist es geschuldet, dass das Objekt von der öffentlichen Hand als schützenswert angesehen wird und somit Einlass ins kantonale Bauinventar fand. Dies machte die Sanierung nicht einfacher. Anfänglich gab es gemäss Keller seitens der Behörden Bedenken, als es darum ging, die Bewilligung für die 90 Quadratmeter grosse Fotovoltaikanlage und Solarthermik als Ersatz für das alte Ziegeldach einzuholen. Kellers Überzeugungsarbeit hat sich gelohnt. Die Anlage, konzipiert von Adrian Kottmann, Inhaber der Ebikoner BE Netz AG, kombiniert mit ei­nem Batteriespeicher, generiert pro Jahr 16 400 Kilowattstunden. Auf der Liegenschaft wird somit 80 Prozent des Gesamtenergiebedarfes selber produziert.

Damit das Konzept als Ganzes aber aufging, musste die Liegenschaft mit Hunderten von Quadratmetern Dämmungsmaterial umfangreich isoliert werden. Diese Massnahme, verknüpft mit dem Einsatz von LED-Beleuchtungskörpern und Haushaltgeräten mit Niedrigenergiebedarf, führten dazu, dass die Familie Keller heute nur noch einen Viertel des früheren Energieverbrauchs benötigt.

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