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KEHRSITEN: Nach Kollision mit Felsen: MS Diamant in Luzern eingetroffen

Das MS Diamant, das neue Paradeschiff der Schiffahrtsgesellschaft des Vierwaldtstättersees, hat sich bei einer Kollision mit einem Felsen mehrere Lecks im Schiffsrumpf zugezogen. Der Wassereintritt war massiv. Nun wurde das Schiff nach Luzern gebracht.
Das Motorschiff Diamant an der Haltestelle Kehrsiten-Bürgenstock, nachdem es auf Grund gelaufen ist. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 8. Dezember 2017))

Das Motorschiff Diamant an der Haltestelle Kehrsiten-Bürgenstock, nachdem es auf Grund gelaufen ist. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 8. Dezember 2017))

Robert Bachmann

robert.bachmann@luzernerzeitung.ch

Es begann mit einer gemütlichen Extrafahrt am Donnerstagabend. Die MS Diamant war für eine Gästegruppe der Bürgenstock-Hotels geordert worden. Sie nimmt die Gesellschaft bei der Station Kehrsiten-Bürgenstock an Bord und führt sie für eine längere Rundfahrt auf den See.

Kurz nach 21 Uhr und unmittelbar vor der Ankunft am Ausgangsort passiert es: Rund 370 Meter östlich der Station Kehrsiten-Bürgenstock schüttelt es die 163 Gäste und Besatzungsmitglieder ungemütlich durch. Der 400-Tonnen-Koloss mit einem Tiefgang von rund 1,4 Meter touchiert unter Wasser einen Felsen.

Die restliche Strecke bis Kehrsiten-Bürgenstock schafft es die «Diamant» mühelos. Die Gäste verlassen das Schiff und kehren zurück auf den Bürgenstock. Derweil entdeckt die Crew an Bord das Ausmass der Havarie: Unten im Schiffsbauch - in der Küche und in zwei weiteren Räumen - schiessen Wasserfontänen ins Innere. Innert Kürze ist die Küche geflutet. Seepolizei und Feuerwehren werden alarmiert.

Küche 150 Zentimeter unter Wasser

«Als wir in Kehrsiten eintrafen, stand die Schiffsküche rund 150 Zentimeter unter Wasser», beschrieb Feuerwehr-Einsatzleiter Rolf Kurmann von der Feuerwehr der Stadt Luzern die Ausgangslage für die Einsatzkräfte. Der heikle Zustand des Schiffs erforderte einen Grosseinsatz von Feuerwehren, Polizei, Seepolizei und technischen Spezialisten. Feuerwehrboote aus Stansstad, Luzern, Küssnacht und Beckenried eilten herbei. Insgesamt standen über 100 Personen im Einsatz.

Die Feuerwehren setzten Pumpen in Gang, um das am Rumpf backbord eintretende Wasser abzupumpen. Sechs Taucher der Seepolizeien Luzern und Schwyz sowie ein Berufstaucher suchten den Rumpf nach Lecks ab und dichteten diese provisorisch ab. Schweisser repartierten die Lecks von innen. Die Taucher wechselten sich bis in die frühen Morgenstunden ab.

Gäste und Besatzung blieben unverletzt

SGV-Direktor Stefan Schulthess verfolgte die nächtlichen Notmassnahmen vor Ort. «Ich bin vor allem erleichtert, dass der Vorfall für die Gäste und die Crew glimpflich ausgegangen ist», beschrieb er seine Gefühle beim Anblick des Grossaufgebots. «Und ich bin beeindruckt von der professionellen Arbeit der Einsatzkräfte.»

Das Schiff muss in Luzern aufs Schwimmdock

Der Sachschaden kann noch nicht genau beziffert werden. Schulthess geht von erheblichen Schäden in der Küche und bei elektrischen Anlagen im Schiffsrumpf aus. Klar ist: Das MS Diamant fällt für unbestimmte Zeit aus. Stefan Schulthess rechnet damit, dass das Schiff nach den provisorischen Dichtungsmassnahmen im Verlaufe des Freitags nach Luzern gefahren werden kann - «vermutlich aus eigener Kraft». Dort wird es auf dem Schwimmdock der Werft für die Reparaturarbeiten trockengelegt.

Angaben zum Unfallhergang konnte Schulthess noch nicht machen. Die Untersuchung findet durch die Polizei, die Staatsanwaltschaft Nidwalden und die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) statt.

Die Arbeiten dauerten die ganze Nacht. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 8. Dezember 2017))

Die Arbeiten dauerten die ganze Nacht. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 8. Dezember 2017))

Pumpen befördern die Wassermassen aus dem Schiffsrumpf. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 8. Dezember 2017))

Pumpen befördern die Wassermassen aus dem Schiffsrumpf. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 8. Dezember 2017))

Taucher untersuchen auf der Backbordseite den Schiffsrumpf. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 8. Dezember 2017))

Taucher untersuchen auf der Backbordseite den Schiffsrumpf. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 8. Dezember 2017))

Das MS Diamant wurde nach Luzern gebracht. (Bild: Flurina Valsecchi)

Das MS Diamant wurde nach Luzern gebracht. (Bild: Flurina Valsecchi)

Das Ufer östlich der Station Kehrsiten-Bürgenstock bei Tageslicht. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 10. Dezember 2017))

Das Ufer östlich der Station Kehrsiten-Bürgenstock bei Tageslicht. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 10. Dezember 2017))

Der Wald am Bürgenberg reicht bis ans Wasser. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 10. Dezember 2017))

Der Wald am Bürgenberg reicht bis ans Wasser. (Bild: Robert Bachmann (Kehrsiten, 10. Dezember 2017))

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