Kolumne
Kehrt ein alter Bekannter auf die Trainerbank des FC Luzern zurück? #fasnacht

Auch Viktor Raschinkowitsch will die FCL-DNA hochhalten. Das zeigt sich bei seinen Personalentscheidungen.

Renée van Eyck
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Erst am Donnerstag machte unsere Zeitung bekannt, dass zwischen FCL-Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg und dem russischen Oligarchen Viktor Andrejewitsch Raschnikowitsch Verkaufsgespräche laufen. Bereits am Güdisdienstag sollen die Verträge unterschrieben werden. Und der neue Herr auf der Allmend scheint es rüüdig pressant zu haben und bereits jetzt Nägel mit Köpfen zu machen.

So hat Raschnikowitsch als Statthalter bereits den ehemaligen langjährigen FCL-Präsidenten Mike Hauser ins Boot geholt – obwohl in der aktuellen Führung eigentlich bereits Verbindungen zu russischen Oligarchen vorhanden sind. Hauser soll als neuer Verwaltungsratspräsident eingesetzt werden. «Ich freue mich, dass ich wieder im Schoss der FCL-Familie tätig sein kann», erklärt Hauser auf Anfrage.

Hauser verhehlt nicht, dass er sich von hohen Investitionen, die Raschnikowitsch beim FCL tätigen will – die Rede ist von 500 Millionen Franken in den nächsten zwei Jahren – , auch einen Benefit für das familieneigene Hotel Schweizerhof erhofft. «Ein Festival-Hotel sind wir schon. Nun wollen wir auch ein Champions-League-Hotel werden.» Bei Bedarf könne auch der Platz zwischen Schweizerhof und Seehof zu einem Trainingsplatz umgenutzt werden, blickt Hauser in die Zukunft. «Public-Viewing bieten wir auf diesem Platz ja schon lange an – die Realisierung dürfte also Formsache sein.»

Am Donnerstag zufälligerweise auf der Luzerner Allmend beobachtet: Der russische Oligarch Viktor Andrejewitsch Raschnikowitsch (Mitte) mit Mike Hauser (links) und Stefan «Büsché» Bucher, die eben einer standesgemässen Limousine entstiegen sind.

Am Donnerstag zufälligerweise auf der Luzerner Allmend beobachtet: Der russische Oligarch Viktor Andrejewitsch Raschnikowitsch (Mitte) mit Mike Hauser (links) und Stefan «Büsché» Bucher, die eben einer standesgemässen Limousine entstiegen sind.

Bild: Leserreporter (20. Februar 2020)

«Büsché» Buchers Herz schlägt nun weiss-blau-rot

Neben Hauser stösst auch ein weiterer alter Bekannter mit «FCL-DNA» zu Raschnikowitschs Team: Der ehemalige langjährige FCL-Pressechef Stefan «Büsché» Bucher, einst auch als Blau-weiss-Reporter im Radio-Pilatus-Land bekannt, übernimmt wieder die Kommunikationsarbeit und büffelt bereits fleissig russisch. «Mein Herz schlug schon immer für blau-weiss. Nun kommt halt noch ein wenig rot dazu», meint er mit Blick auf die weiss-blau-rote russische Fahne euphorisch. Und fügt kämpferisch ein russisches Sprichwort hinzu: «Das Gute muss Fäuste haben!»

Bucher verkündet denn auch gleich erste Neuigkeiten: Für Fabio Celestini soll nach seinem tollen Einstand als FCL-Trainer der neue Posten eines «Head of Development, Relations et al.» geschaffen werden. Was genau diese neue Funktion beinhaltet, ist Aussenstehenden – und Bucher selber – noch gänzlich unklar. Aber: «Es soll Fabios Schaden nicht sein. Wir machen ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.»

Die Beförderung von Celestini bedingt aber auch die Suche nach einem neuen Trainer. Auch hier sind die Russen schon mit Feuereifer dran. Von René van Eck haben sie jedoch bereits ein klares «njet» eingefangen. «Der FCL ist für mich kein Thema mehr – daran kann auch ein Russe nichts ändern», erklärte er etwas verbittert und noch zu enttäuscht nach der Posse in der Winterpause. Auch Meister-Captain Roger Wehrli wird nicht in die Swisspor-Arena zurückkehren. «Wenn, dann komme ich höchstens für Sanierungsarbeiten auf die Allmend. Sonst aber braucht mich mein Geschäft. Meine Plättli legen sich nicht von selbst», erläuterte Wehrli uns gegenüber seine Absage. Auch Urs «Longo» Schönenberger wird nicht in die Kränze kommen – er war für die Russen trotz Einsatz modernster Kommunikations- und Überwachungsmethoden schlicht nicht auffindbar, was Raschnikowitsch immerhin ein bewunderndes «faszinierend» abgerungen haben soll.

All diese Kandidaten sind oder waren jedoch bloss Back-ups für den Fall, dass Rachnikowitschs Wunschkandidat absagen würde. Dabei soll es sich um Hanspeter «Hansi» Burri handeln.

Raschnikowitsch im Gespräch mit Hanspeter «Hansi» Burri.

Raschnikowitsch im Gespräch mit Hanspeter «Hansi» Burri.

Bild: Leserreporter (20. Februar 2020)

Hansi Burri, die «Pravda»-Ikone

Burri ist Raschnikowitsch bereits seit seinem Meisterpokalsprint 1989 ein Begriff: «Das Bild erschien damals sogar in der ‹Pravda›; es war ein ikonisches Bild, das irgendwie zur Zeit von Glasnost und Perestroika passte.» Seine Tochter Tatjana (26) habe das Foto Jahre später wieder entdeckt und sei so fasziniert davon gewesen, dass sie es von ihrer Zofe in ihrem Mädchenzimmer aufhängen liess. Abgesehen davon imponiert den russischen Oligarchen auch die Länderspiel-Bilanz Burris, der im rot-weissen Dress immer als Sieger vom Platz ging und der seine internationale Karriere mit dem 1:0-Sieg gegen Brasilien krönte.

Raschnikowitsch hat Burri jedenfalls am Donnerstag mit einer italienischen Limousine am Flughafen Zürich abgeholt. Dies bestätigen mehrere seriöse Quellen voneinander unabhängig. Dass gleich mehrere Personen das Abhol-Prozedere beobachtet haben, lag auch am Verhalten von Raschnikowitsch: Er soll Burri, der bei der Ankunft 2 wartete, per Telefon lautstark zur Ankunft 1 gelotst haben. Dabei soll er mehrmals «für mich gibt es nur die Nummer 1» in sein Caviar-Smartphone gebrüllt haben.

Rolf Fringer spricht russisch

Der amtierende Sportchef Remo Meyer will die Gerüchte um Hanspeter «Hansi» Burri als möglichen neuen FCL-Trainer nicht kommentieren. Nur so viel: «Jeder Trainer des FC Luzern braucht auch die FCL-DNA.» Auf Nachfrage bekräftigt der Sportchef, dass damit explizit nicht gemeint sei, auf eine gelungene Halbserie eine miserable folgen zu lassen. Rolf Fringer, ehemaliger FCL-Trainer und Sportchef, glaubt, dass mit dem russischen Besitzer nun gewiss die lange vermisste Ruhe im Verein einkehren wird und erklärt in erstaunlich sattelfestem Russisch: «Ya dostupen dlya lyuboy zadachi.» Auch FCL-Legende Roger Wehrli – des Russischen nicht mächtig – ist überzeugt, dass sich Burri wieder bestens in Luzern einfügen wird: «In diesem Klub schaffst du nur als Giftzahn Grosses. Hansi, der alte Wusler, hat alles, was es braucht.» Und er erwähnt noch ein weiteres, nicht unwichtiges Detail: «Mit dem Engagement von Burri könnten die Bande zwischen Meisterequipe und Klub endlich wieder gestärkt werden. Da lief ja nicht so viel in den letzten 30 Jahren.» (rve)

Wurde schon ein Vertrag unterzeichnet?

Später am Tag wurde Raschnikowitschs Limousine zufälligerweise von einem Leserreporter gefilmt, als er die Tiefgarage der Swisspor-Arena verliess:

Die Person neben dem Mann am Steuer könnte Hanspeter Burri gewesen sein. Stefan «Büsché» Bucher will sich dazu vorerst nicht äussern und bemüht erneut ein – reichlich holprig übersetztes – russisches Sprichwort: «Das Leben zu meistern, ist nicht wie über ein Feld gehen.»

Burri war übrigens geschäftlich im sachsen-anhaltinischen Städtchen Seeland unterwegs, welches er als möglichen Standort für eine Franchise seines (gleichnamigen!) Restaurants am Sempachersee in Betracht zieht. Ob es bereits einen (Vor-)Vertrag mit Burri gibt, will Bucher ebenfalls nicht bestätigen. Nur so viel: «Bernhards Privatdetektiv hat uns bestätigt, dass er sauber ist.»

Hinweis: Dieser Bericht ist ein satirischer Beitrag im Rahmen unserer Fasnachtsberichterstattung.