Kein Asylzentrum in Weggis

Der Kanton Luzern wird in Weggis keine Asylunterkunft eröffnen. Das Szenario, dass Asylbewerber nach einem bestimmten Schlüssel auf Luzerner Gemeinden verteilt werden, rückt immer näher.

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Hier sollen doch keine Asylbewerber einquartiert werden. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Hier sollen doch keine Asylbewerber einquartiert werden. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Die Verhandlungen über eine Nutzung des Gruppenhauses «Mark & Bein» als Asylunterkunft haben zu keinem Ergebnis geführt, so die Luzerner Staatskanzlei am Freitag in einer Mitteilung. Die Weggiser Behörden haben aber ihre Bereitschaft erklärt, dem Kanton bei der Beschaffung von Wohnraum für Asylbewerber zu unterstützen. Konkret könnten Asylbewerber auf Einzelwohnungen verteilt werden. Das sei aber kein Ersatz für ein Asylzentrum, es helfe lediglich bei der Unterbringung von Menschen in der Nach-Zentren-Phase.

Gemäss Mitteilung will der Kanton die ihm zugewiesenen Asylbewerber zunächst in Zentren unterbringen, und sie erst nach einer gewissen Zeit in Wohnungen einquartieren.

Wie weiter?

Dem Kanton fehlen somit weiterhin Asylzentren, denn im März wird auch das Asylzentrum Witentor in Malters den Betrieb einstellen. «Und ein Nachlassen der Zuweisungen von Asylbewerber vom Bund ist auch im neuen Jahr nicht zu beobachten», schreibt die Staatskanzlei. Ob das Asylzentrum Fischbach je realisiert wird, ist offen.

Zuweisung an Gemeinden

Laut Mitteilung vom Freitag kann nun auch nicht mehr ausgeschlossen werden, dass Asylbewerber nach einem bestimmten Schlüssel auf die Gemeinden verteilt werden, wenn sich auf andere Weise nicht genügend Unterkünfte beschaffen lassen. Der Regierungsrat will noch vor dem Sommer einen Vorschlag für einen Verteilschlüssel erarbeiten.

pd/rem

Komitee erfreut über Entscheid

Das Komitee «Ohne uns!» reagiert erfreut über den Entscheid von Regierungsrat Guido Graf. «Wir halten fest, dass dieser Entscheid der einzig Richtige sein konnte», schreibt das Komitee in einer Mitteilung. Das Komitee lehnt die Einquartierung von Asylbewerbern in privaten Wohnungen kategorisch ab.