Kein rechtsfreier Raum

Ein Kommentar von Lena Berger zur illegalen Nutzung des Neubad-Kellers.

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Lena Berger

Leiterin Zentralschweiz am Sonntag
Neue Luzerner Zeitung

(Neue LZ/Dominik Wunderli)

Fotografiert am 26.11.2015

Kopfsalat
Mitarbeiter
Mitarbeiterin
Portrait (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Lena Berger Leiterin Zentralschweiz am Sonntag Neue Luzerner Zeitung (Neue LZ/Dominik Wunderli) Fotografiert am 26.11.2015 Kopfsalat Mitarbeiter Mitarbeiterin Portrait (Bild: Dominik Wunderli (Neue LZ) (Neue Luzerner Zeitung))

Die Zwischennutzung Neubad ist ein grosser Erfolg. Seit der Eröffnung vor vier Jahren machte sie nur positive Schlagzeilen. Bis der Keller illegal als Partyraum genutzt wurde. Der Co-Geschäftsleiter sagte im Juli in unserer Zeitung, er habe die Nutzung auch ohne Bewilligung ermöglichen wollen. In winkelriedscher Manier verkündete er, die Konsequenzen auf sich zu nehmen – eine Rolle, in der er sich offenbar gefällt.

In Tat und Wahrheit erweist er dem Projekt damit einen Bärendienst. Es geht nicht nur um das Haftungsrisiko. Wenn ein Brand ausbricht, steht die Gesundheit der Besucher auf dem Spiel. Statt einen Fehler einzuräumen, forderte der Co-Geschäftsleiter im Juli aber vielmehr eine «gewisse Flexi­bilität aller involvierten Parteien», wenn es um Zwischen­nutzungen gehe.

Soll man im Fall Neubad also ein Auge zudrücken, weil es eine tolle Sache ist? Ein solches Rechtsverständnis ist mehr als fragwürdig. Es bestätigt all diejenigen, die Zwischennutzungen gegenüber kritisch eingestellt sind, und das ausge­rechnet in einer für das Neubad heiklen Phase: 2018 wird über die Verlängerung der Zwischennutzung entschieden.