«Keine Absicht»: Luzerner Kantonsspital hat seinen Angestellten irrtümlicherweise ÖV-Abo gestrichen

Bis Anfang Jahr haben die Mitarbeiter des Luzerner Kantonsspitals von einem Job-Abo profitiert, einem vergünstigten ÖV-Angebot. Nun zeigt sich: Die Streichung beruhte offenbar auf einem Irrtum.

Susanne Balli
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Die Streichung des Job-Abos war offenbar ein Versehen. Dies geht zumindest aus der regierungsrätlichen Antwort auf eine Anfrage von SP-Kantonsrat Urban Sager (Luzern) hervor.

Beim Job-Abo handelt es sich um ein vergünstigtes ÖV-Angebot für Angestellte des Luzerner Kantonsspitals (Luks). Im vergangenen Februar teilte das Luks diesen mit, dass es per sofort keine Erneuerung des Job-Abos mehr gebe. Das Brisante daran: Die Schaffung des neu gebauten Parkhauses mit 600 Parkplätzen am Kantonsspital war von der Stadt Luzern erlaubt worden unter der Auflage, dass den Angestellten solche Job-Abos bezahlt werden.

Kantonsspital soll Auflage einhalten

«Der Regierungsrat erwartet, dass das Luzerner Kantonsspital diese Auflage einhält», heisst es in der Antwort auf den Vorstoss. Und weiter:

«Die Abweichung von der Bewilligungsauflage war offensichtlich nicht absichtlich, sondern beruhte auf einem Irrtum.»

Das Luks habe sich umgehend mit der Stadt Luzern in Kontakt gesetzt, schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort. «Die Verantwortlichen der Stadt Luzern und des Luks legen nun gemeinsam das weitere Vorgehen fest.»

Stellungnahme des Kantonsspitals Luzern zur Aufhebung der Job-Abos

Die Leitung des Kantonsspitals Luzern hat im Januar 2019 in einem Schreiben an die Mitarbeitenden bekannt gegeben, dass ab sofort keine Vergünstigungen für ÖV-Abos mehr gewährt werden. Dies obwohl die sogenannten Job-Abos eine Bedingung waren für den Bau eines neuen Parkhauses mit 600 Plätzen. LUKS-Sprecher Beat Fischer nimmt schriftlich Stellung.
Lena Berger

Umstrittenes Parkhaus: Kantonsspital übertölpelt die Stadt Luzern

Die Schaffung von 600 neuen Parkplätzen am Kantonsspital war politisch ein heisses Eisen. Die Stadt erlaubte den Neubau nur unter der Auflage, dass Mitarbeitern vergünstigte ÖV-Abonnemente angeboten werden – doch bereits vier Monate nach der Eröffnung hat die Spitalleitung ihr Versprechen gebrochen.
Lena Berger