Keine Elektromobilität ohne Stromtankstellen

Wenn elektrisch betriebene Fahrzeuge einen effizienten Beitrag zur Entlastung der Umwelt leisten sollen, braucht es eine Infrastruktur mit Stromtankstellen. Diese und andere Fragen diskutiert das am Dienstag eröffnete Schweizer Forum Elektromobilität in Luzern.

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Elektrotankstelle beim Verkehrshaus in Luzern. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Elektrotankstelle beim Verkehrshaus in Luzern. (Bild: Archiv/Neue LZ)

Mit 720'000 ganz oder teilweise elektrisch betriebenen Fahrzeugen hofft die Schweiz, bis 2020 einen Teil zur Erreichung der Ziele des Kyoto-Protokolls beizutragen. Davon ist man heute noch weit entfernt. Vor allem fehlt die notwendige Infrastruktur.

Im Vordergrund des dritten Schweizer Forums Elektromobilität, das vom Bundesamt für Strassen (Astra) und dem Touring Club Schweiz (TCS) organisiert wird, steht daher die «Road Map Elektromobilität». Rund 300 Fachleute nehmen an der zweitägigen Veranstaltung teil.

Sollen bis in acht Jahren tatsächlich über 700'000 Elektrofahrzeuge zur CO2-Reduktion beitragen, dann braucht es in der Schweiz rund 650'000 Ladestationen in Wohnhäusern, 80'000 an Arbeitsplätzen, 23'000 in den Städten sowie 250 Schnell- Ladestationen an strategischen Punkten des Strassennetzes.

Alpiq gründet Tochter für E-Mobility

Diese Lücke will nun der Energiekonzern Alpiq füllen. An der Tagung in Luzern präsentierte er seine neuste Tochter, die Alpiq E- Mobility AG. Sie will in der Schweiz, aber auch in Europa, beim Aufbau eines Netzes von Ladestationen beitragen - von der Planung über die Installation bis zum Unterhalt.

Naheliegend ist, dass die Aufladung der Elektrofahrzeug zum grössten Teil zum Niederstromtarif nachts zuhause (Sleep and Charge) erfolgt. Damit sich Elektrofahrzeuge aber durchsetzen können, müssen auch andernorts Stromtankstellen zur Verfügung stehen.

Deshalb sollen an den Arbeitsorten (Work & Charge), in Städten und Shoppingcentern (Shop & Charge) Ladestationen eingerichtet werden. Schliesslich ist entlang des Strassennetzes ein System für ein schnelles Aufladen, das aber immer noch 15 bis 20 Minuten dauert, aufzubauen.

Investitionen von einer Milliarde Franken

Marco Piffaretti, Verwaltungsratsmitglied von Alpiq E-Mobility AG, rechnet mit Investitionskosten von rund einer Milliarde Franken für die Installation der Hardware. Das sei bedeutend billiger als entsprechende Anlagen für Benzin.

Piffaretti ist überzeugt, dass mit dieser Infrastruktur eine Voraussetzung für den Durchbruch der Elektromobilität geschaffen wird. Denn einen Hauptgrund für die abwartende Haltung der Kunden sieht er in den unpräzisen Angaben über die Reichweite der Elektrofahrzeuge.

Wenn der Autofahrer aber sein Fahrzeug während der Arbeit, während des Einkaufens oder eines Kinobesuches in der Parkgarage aufladen kann, dann entfällt auch seine Angst, dass ihm während der Fahrt der Strom ausgeht.

sda