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Luzerner Schüler erhalten definitiv keine Extrastunde Sport

Eine Bewegungsstunde soll kostenneutral in den regulären Unterricht integriert werden, findet der Luzerner Stadtrat. Nun sind Vorschläge der Lehrer gefordert.
Sandra Monika Ziegler
Fünf- und Sechstklässler sollen sich in der Schule eine Stunde pro Tag bewegen können. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 7. Mai 2017))

Fünf- und Sechstklässler sollen sich in der Schule eine Stunde pro Tag bewegen können. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 7. Mai 2017))

Die täglichen Bewegungs- und Sportstunden haben in der Stadt Luzern vor zehn Jahren als Pilotprojekt begonnen. Zuerst wurden sie nur im Schulhaus Geissenstein eingeführt, dann auch in den Schulhäusern Felsberg, Würzenbach, Moosmatt, Grenzhof und Ruopigen. Mit dem Stadtratsbeschluss vom März wurde das Pilotprojekt beendet. Gleichzeitig wurde die Volksschule beauftragt, bis zum Sommer 2020 aufzuzeigen, wie die tägliche Sport- und Bewegungsstunde in den regulären Unterricht aufgenommen werden soll.

Dass das Pilotprojekt beendet wurde, passt jedoch nicht allen. Ein Bevölkerungsantrag sowie eine Motion fordern die Fortsetzung der täglichen Sport- und Bewegungsstunde. Nun liegt die Antwort des Stadtrates zu diesem Thema vor. Er geht aus verschiedenen Gründen nicht auf die Forderung ein. Zum einen müsste es sich um ein flächendeckendes Angebot handeln, damit das Pilotprojekt in ein definitives Angebot überführt werden könnte. Bisher fand es wie erwähnt in lediglich sechs Schulhäusern statt. Zum anderen hält der Stadtrat fest, dass das Angebot innerhalb des Wochenstundenplanes Platz haben müsste und nicht eine zusätzliche Lektion generieren dürfe. Zusammenfassend ist der Stadtrat aus organisatorischen, betrieblichen und finanziellen Gründen nicht auf das Anliegen eingetreten.

Mitbegründer bedauert den Entscheid

Laut Flavio Serino, Mitbegründer und operativer Leiter der Bewegungsstunde, würden Lehrer, Eltern und vor allem Kinder den Entscheid bedauern. «Es sind 250 Stellenprozente auf 9 Fachlehrpersonen verteilt. Ohne jegliche Not wird ein Bewegungs- und somit auch Gesundheitsförderungsprogramm abgeschafft, obwohl man um den Bewegungsmangel und dessen Folgen heutzutage Bescheid weiss.» Die Leiter und Leiterinnen der städtischen Primarschulen sind sich diesbezüglich uneins. In ihren zwei Sitzungen im November seien sie zu keinem eindeutigen Beschluss gekommen, heisst es in der Antwort des Stadtrates.

Klar ist, dass sie der täglichen Bewegungs- und Sportstunde einen hohen Stellenwert beimessen. Doch die dafür eingesetzten Gelder könnten auch in anderen Fächern Begehrlichkeiten wecken. Zudem gebe der Lehrplan 21 vor, welche Kompetenzen eine Volksschule bilden und stärken müsse. Die Verhältnismässigkeit gegenüber anderen Disziplinen müsste gewahrt werden.

Stadtpräsident Züsli: Zeit und Geld fehlt

Das sieht auch Stadtpräsident Beat Züsli (SP) so: «Es könnten ebenfalls für Projekte in den Bereichen Musik, Kultur oder Theater Zusatzlektion und Geld beantragt werden. Jede Schule könnte Anspruch auf einen separaten Projektkredit erheben.» Dafür fehlten aber die zeitlichen Ressourcen und die nötigen finanziellen Mittel. Auch will der Stadtrat die Wochenstundentafel bei der 4. bis 6. Klasse nicht um eine Lektion erhöhen. Die Motion indes will er teilweise entgegennehmen, da auch nach Vorliegen des Berichtes eine Umsetzung nicht vor dem Schuljahr 2020/2021 realistisch sei.

Bis zum Schuljahr 2017 wurden in den sechs städtischen Schulhäusern wöchentlich 75 Sportlektionen durch Fachlehrpersonen erteilt. Das kostete die Stadt Luzern jährlich eine Brutto-Lohnsumme von 310 000 Franken. Bereits im Sommer 2017 wurde die fünfte Sportlektion gestrichen. Jetzt sind es noch vier Lektionen pro Woche.

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