Keine Mini-Määs möglich, höchstens ein Pop-up-Lunapark auf der Luzerner Allmend

Der Luzerner Stadtrat ist bereit, Pop-up-Veranstaltungen auf der Allmend mit Schutzkonzept zu prüfen. Der Raum Inseli/Europaplatz sei aber zu eng für dergleichen.

Beatrice Vogel
Drucken
Teilen
Eine Määs wie im Oktober 2019 auf dem Inseli wird es dieses Jahr nicht geben.

Eine Määs wie im Oktober 2019 auf dem Inseli wird es dieses Jahr nicht geben.

Eveline Beerkircher
(Luzern, 5. Oktober 2019)

Nach der Absage der «Lozärner Määs», die am 3. Oktober hätte beginnen sollen, wollte die CVP-Fraktion eine «Mini-Määs» ermöglichen, mit dem Ziel, lokale Schausteller und Markthändler zu unterstützen. Das dringliche Postulat wurde vom Stadtparlament am Donnerstag teilweise überwiesen.

Allerdings kommt eine Veranstaltung im Raum Inseli/Europaplatz für den Stadtrat nicht in Frage. Die engen Platzverhältnisse ermöglichen gemäss seiner Antwort «kein freies Zirkulieren» der Besucher. «Die Besucher- und Mengenlenkung müsste mit massiven Einzäunungen, Ein- und Ausgangskontrollen oder einer Maskentragpflicht gewährleistet werden.» Hingegen wäre eine Veranstaltung auf dem Zirkusplatz auf der Allmend möglich, findet der Stadtrat. So steht offenbar die Idee eines Pop-up-Lunaparks im Raum. Der Stadtrat sei deshalb offen für die Gesuchsprüfung einer Lunapark-Veranstaltung auf der Luzerner Allmend.

Opfer des eigenen Erfolges

Dennoch betonte Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) im Parlament, dass die Schausteller die Absage der Määs mehrheitlich mittragen. «Die Määs fällt ihrem eigenen Erfolg zum Opfer. Denn, es ist problematisch, wenn man sagt: Die Määs findet statt, aber kommt bitte nicht, weil nur 1000 Personen zugelassen sind.» Dieses Problem bestehe bei jeder öffentlichen Veranstaltung. «Aber wenn jemand etwas machen will, prüfen wir es gern», so Borgula.

Die Mehrheit der Parlamentarier, die zumeist zwar gern eine Mini-Määs an dezentralen Orten in der Stadt gehabt hätten, konnten sich mit dem Vorschlag des Stadtrats arrangieren. Viele auch mangels Alternativen, wie Marc Lustenberger (FDP) betonte: «Mit gutem Willen gäbe es andere Möglichkeiten für eine dezentrale Veranstaltung.» Auch Jörg Krähenbühl (SVP) fand, es sei schade, dass der Stadtrat nicht den Mut zu einer Mini-Määs habe, und schlug vor: «Ein Riesenrad auf dem Europaplatz oder Stände auf dem Löwenplatz wären denkbar gewesen.» Gleichwohl gab er zu bedenken, dass eine Veranstaltung auf der Allmend auch ein finanzielles Risiko bedeute.

Postulant Michael Zeier (CVP) forderte generell, dass der Stadtrat «ermöglicht, was möglich ist». Nun sollen aber die Schausteller und Marktfahrer entscheiden, ob eine Veranstaltung auf der Allmend für sie in Frage komme.

Mehr zum Thema